Öffentlichkeitsfahndung : G20-Ausschreitungen in Hamburg: 600 Verdächtige ermittelt

Krawalle beim G20-Gipfel im Juli 2017. /Archiv
 Krawalle beim G20-Gipfel im Juli 2017. /Archiv

Plünderungen, Brandstiftungen und Ausschreitungen: Der Hamburger Polizei sind bereits 600 Tatverdächtige namentlich bekannt.

shz.de von
24. Januar 2018, 09:56 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Polizei hat bei der Fahndung nach G20-Gewalttätern bereits 600 Verdächtige namentlich ermittelt. Einen entsprechenden Bericht von NDR 90,3 bestätigten die Beamten am Mittwoch. Gegen sie werde unter anderem wegen Landfriedensbruchs oder Körperverletzung ermittelt.

Insgesamt sei die Zahl der Ermittlungsverfahren auf etwa 3000 gestiegen, sagte der Polizeisprecher. Bei der seit einem Monat laufenden Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos von Verdächtigen wurden über 20 Gesuchte identifiziert.

Kritik an den Zahlen kam von der Hamburger FDP. „Immer wenn der G20-Sonderausschuss tagt, gibt es vom Senat vorab vermeintliche Erfolgsmeldungen, mit denen er seine Aufklärungsbemühungen herauszustellen versucht“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Carl Jarchow. Die Ermittlungsergebnisse dürften nicht davon ablenken, dass in mehr als 2400 Verfahren noch keine Verdächtigen identifiziert seien. „600 ermittelte Namen mutmaßlicher Straftäter nach einem halben Jahr sind nicht der große Durchbruch bei der Aufklärung der G20-Krawalle.“

Bei den Krawallen Anfang Juli 2017 war es vor allem im Schanzenviertel zu gewalttätigen Ausschreitungen, Angriffen auf die Polizei und zur Plünderung von Geschäften gekommen. In Hamburg hatten sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer getroffen.

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