zur Navigation springen

Nach G20-Krawallen : Flora-Aktivisten: „Wir sind radikal, aber nicht doof“

vom

Nach dem eskalierten Gipfelwochenende rückt das linksautonome Kulturzentrum Rote Flora in den Fokus. Die Autonomen kritisieren, die Flora solle dem Senat als Sündenbock dienen.

Hamburg | Die Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel weist nach den schweren Ausschreitungen während des G20-Gipfels alle Forderungen nach einer Schließung des linksautonomen Kulturzentrums zurück. „Wir sind radikal, aber nicht doof ... Flora bleibt“, überschrieben Aktivisten am Mittwoch eine Mitteilung im Anschluss an eine Sitzung des Flora-Plenums. Wenn Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag eine Regierungserklärung abgebe, sei man jedoch auf alles gefasst - nach der medialen Hetze und dem Versuch die Verantwortung für die desaströse Fehleinschätzung seitens der Politik auf die politischen Proteste abzuwälzen.

Nach den Krawallen beim G20-Gipfel gerät auch die Rote Flora in den Fokus. Dort unterstütze man gewaltbereite Linksextremisten, heißt es in Vorwürfen. Auch einige der ausgearteten Anti-G20-Demonstrationen am Wochenende waren von Flora-Aktivisten angemeldet worden. Zudem gewährte man Gewaltbereiten dort wohl Unterschlupf.

In den vergangenen Jahren hätten die Autonomen bewusst mehrfach die Existenz des Hauses zugunsten politischer Positionen in die Waagschale geworfen, heißt es weiter. „Es ist nur ein Haus, ein Symbol, mit dessen Räumung der Wutbürger besänftigt werden soll.“ Aber im Falle einer Räumung würden autonome Politik und linksradikale Bewegungen nicht aus dem Stadtbild verschwinden - ganz im Gegenteil.

Mit Blick auf die Opfer der Krawalle erklärten die Autonomen: „Emanzipatorische Politik bedeutet für uns nicht Unbeteiligte in Angst und Schrecken zu versetzen.“ Sie könnten verstehen, dass Anwohner auf die Ereignisse mit Fragen und Unverständnis reagierten.

Die Autonomen kündigten an, sich weiter der Diskussion zu stellen. „Eine selbstkritische Aufarbeitung der Ereignisse innerhalb der Szene wird in den nächsten Wochen stattfinden.“ Die Autonomen kritisierten den Senat scharf. „Der Hamburger Senat versucht nun für das eigene Versagen einen Sündenbock zu finden - die Rote Flora.“ Die hieraus resultierende Hetzjagd nicht nur gegen die Flora, sondern linke Strukturen und Zentren seien Indizien für einen völlig entfesselten Diskurs, jenseits realistischer Wahrnehmung. „Es soll ein Klima geschaffen werden, in dem die Kriminalisierung von politischen Strukturen, sowie die Zerschlagung des besetzen Projektes Rote Flora, aber auch Orten wie der Rigaer Straße in Berlin vorbereitet werden soll.“

zur Startseite

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 10:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen