Gipfel in Hamburg : Dritter Prozess gegen G20-Randalierer – Bewährungsstrafe für Franzosen

Der 21-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt.

Der 21-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt.

Ein Franzose hat der „Welcome to Hell“- Demonstration Polizisten mit Flaschen beworfen.

shz.de von
08. September 2017, 08:28 Uhr

Hamburg | Im dritten Prozess rund um die Krawalle während des G20-Gipfels ist ein Franzose zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Hamburg-Altona sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 21-Jährige bei der „Welcome to Hell“-Demonstration am Tag vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs Flaschen auf Polizisten geworfen und gegen seine Festnahme gewaltsam Widerstand geleistet hat. Das Gericht blieb mit seinem Urteil knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung verlangt hatte. Die Verteidigung hatte keine konkrete Forderung gestellt, aber auf eine Strafe von unter einem Jahr gesetzt.

In der kommenden Woche geht es dann gleich weiter. Dann sind gleich zwei Verfahren gegen mutmaßliche Randalierer angesetzt. In dem einen Fall verhandelt das Amtsgericht Hamburg-St. Georg am Dienstag (9.15 Uhr) gegen einen Mann wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Ihm wird vorgeworfen, sich am Abend des 8. Juli im Schanzenviertel mit 10 bis 15 Menschen zusammengetan zu haben, um gezielt Polizisten anzugreifen. So habe er Flaschen auf Beamte geworfen und umstehende Personen aufgefordert, es ihm nachzutun.

Im anderen Fall vor dem Amtsgericht Hamburg dreht es sich den Angaben zufolge am kommenden Donnerstag (13 Uhr) um einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung. So wird einem Schweizer vorgeworfen, in der Nacht vom 5. auf 6. Juli in der Innenstadt Flaschen auf Polizisten geworfen zu haben. Er habe aber aber nicht getroffen. Als er wenig später von Passanten zur Rede gestellt worden sei, weil er auf einer Kreuzung Flaschen weggetreten habe, soll der Mann mehrfach auf einen Passanten eingeschlagen haben.

Im ersten Prozess nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel war ein 21-Jähriger aus den Niederlanden zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das zweite Verfahren gegen einen 24-jährigen Polen endete mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der Grund warum die ersten Prozesse nur gegen nicht-deutsche Staatsangehörige ist einfach zu erklären: Momentan sitzen 31 Personen wegen der G20-Ausschreitungen in Untersuchungshaft. Unter ihnen sind nur acht deutsche Staatsbürger. Es wurden jedoch weitaus mehr Haftbefehle erlassen. Ob man einen Verdächtigten in Untersuchungshaft nimmt, hängt unter anderem davon ab, ob die Gefahr besteht, dass sich dieser „aus dem Staub machen könne“, erklärte Kai Wantzen, Pressesprecher des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg. Diese ist bei Menschen, die im Ausland leben natürlich sehr viel höher.

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