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Staatschefs, Demos, Polizei : Die Macht der Bilder: Welche Motive prägen den G20-Gipfel?

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Während des G20-Gipfels blickt die Welt auf Hamburg. Für die Gastgeberin und den Hausherrn - Kanzlerin Merkel und Bürgermeister Scholz - ist von großer Bedeutung, welche Bilder von dem Treffen um den Globus gehen.

shz.de von
erstellt am 30.Jun.2017 | 09:02 Uhr

Wie die Staatschefs G20 sehen

Staatstragend und wichtig: Der Gipfel soll als Erfolg wahrgenommen werden.

Staatstragend und wichtig: Der Gipfel soll als Erfolg wahrgenommen werden.

Foto: dpa
 

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs kommende Woche auf dem G20-Gipfel in Hamburg treffen, schaut die ganze Welt zu. Allein 4800 Journalisten aus 65 Ländern haben sich angemeldet. Was werden sie zu sehen bekommen? Geht es nach dem Willen der Gastgeberin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sollen Bilder verhandelnder und sich möglichst auch einigender Staats- und Regierungschefs um die Welt gehen.

Wie der Bürgermeister G20 sieht

Die Bilder aus Hamburg sollen um die Welt gehen und allen beweisen, wie schön die Elbmetropole ist.

Die Bilder aus Hamburg sollen um die Welt gehen und allen beweisen, wie schön die Elbmetropole ist.

Foto: dpa
 

Geht es nach dem Hausherrn, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), können die Journalisten gerne auch Highlights wie Hafen, Rathaus und Elbphilharmonie in den Vordergrund rücken. Sein Ziel: „Ich hoffe, dass sie uns so erleben, wie wir uns selber verstehen: Als weltoffene und auch gelassene (...) Metropole, die ein guter Ort ist auch zum Wiederkommen, wenn gerade nicht G20 ist“, sagt Scholz.

Wie die Demonstranten G20 sehen

Friedliche, bunte Proteste gegen die eiskalte Politik: Mit einer Wasserschlacht protestierten G20-Gegner in Hamburg.

Friedliche, bunte Proteste gegen die eiskalte Politik: Mit einer Wasserschlacht protestierten G20-Gegner in Hamburg.

Foto: dpa
 

Sind die Politiker-Wünsche realistisch? Kaum. Zumindest werden die Gipfelgegner versuchen, genau dies zu verhindern. Wenn die Staatschefs zu ihren Fototerminen zusammenkämen, „wollen wir, dass diese Bilder nie gezeigt werden können ohne Bilder von Zehntausenden Menschen, die auf der Straße gemeinsam sagen: So geht die Politik nicht weiter“, sagt etwa Emily Laquer, Mitorganisatorin der Proteste. Bislang sind rund 30 Demonstrationen unterschiedlichster Akteure in der Gipfel-Woche vom 2. bis 9. Juli angekündigt. Die mit Abstand größte Kundgebung mit bis zu 100.000 erwarteten Teilnehmern ist zum Abschluss des G20-Gipfels am 8. Juli unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität statt G20“ geplant.

Wie die Autonomen G20 sehen

Autonome wollen „den reibungslosen Ablauf der Gipfelinszenierung stören“. Das Foto zeigt Linksautonome beim „Blockupy“-Protest in Frankfurt.

Autonome wollen „den reibungslosen Ablauf der Gipfelinszenierung stören“. Das Foto zeigt Linksautonome beim „Blockupy“-Protest in Frankfurt.

Foto: dpa
 

Ist mit Krawallen und entsprechenden Bildern zu rechnen? Ja, wahrscheinlich. Die Polizei schätzt vor allem zwei Veranstaltungen als riskant ein. Neben der geplanten Großdemonstration zum Abschluss des Gipfels ist dies zuallererst die linksautonome Demo „G20 - Welcome to hell“ (G20 - Willkommen in der Hölle) am Vorabend des Treffens der Staats- und Regierungschefs. Zu der am Fischmarkt beginnenden Demonstration werden am 6. Juli rund 8000 gewaltbereite Linksautonome aus dem In- und Ausland erwartet. Angeführt werde der Zug von einem „der größten schwarzen Blöcke, die es je gegeben hat“. Demo-Anwalt Andreas Beuth kündigte warnend an: „Wenn wir angegriffen werden, (...) dann werden wir uns natürlich auch zur Wehr setzen mit Mitteln, die wir uns selbst suchen.“

Wie die Polizei G20 sieht

Bilder von feiernden Polizisten machten bereits die Runde - eher unrühmlich für die Beamten. Dann schon lieber der stocknüchterne Sprengstoffspürhund Rebell und sein Hundeführer Alex Lück.
Bilder von feiernden Polizisten machten bereits die Runde - eher unrühmlich für die Beamten. Dann schon lieber der stocknüchterne Sprengstoffspürhund Rebell und sein Hundeführer Alex Lück. Foto: dpa
 

Eine Machtdemonstration - und gleichzeitig nicht zu martialisch wirken? Die Polizei vollführt einen Spagat. Zumindest fährt sie während ihres größten Einsatzes in der Geschichte mit mehr als 19.000 Polizisten aus ganz Deutschland alles auf, was sie so zu bieten hat. Und dazu zählen 28 Hubschrauber, 185 Hunde, 70 Pferde, 3000 Fahrzeuge, darunter 40 Wasserwerfer, sowie mehrere Boote. „Wenn wir es brauchen, packen wir es aus“, kündigte G20-Einsatzleiter Hartmut Dudde bereits an.

Wie die Hamburger G20 sehen

Geschlossene Läden, Straßensperrungen - und jede Menge Stau: Hamburger müssen sich auf Einschränkungen einstellen.

Geschlossene Läden, Straßensperrungen - und jede Menge Stau: Hamburger müssen sich auf Einschränkungen einstellen.

Foto: dpa
 

Wird die Stadt in „Schutt und Asche“ gelegt? Sollten die Hamburger in ihren Häusern bleiben? Nein. Die größten Auswirkungen auf die Bürger wird wohl das Verkehrschaos haben, wenn Staatsgäste wie US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin oder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Kolonnen mit bis zu 60 Fahrzeugen durch die Stadt fahren. Doch auch so mancher Ladenbesitzer in der Innenstadt hat aus Angst vor Krawallen seine Schaufenster bereits mit Holzplatten vernagelt.

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