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Nach G20-Krawallen in Hamburg : Demo von Linken: „Hände weg von der Roten Flora“

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Demonstranten wollen ihre Solidarität mit dem linksautonomen Zentrum bekunden - bei der ersten Demo nach dem G20-Gipfel.

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erstellt am 19.Jul.2017 | 07:13 Uhr

Hamburg | Erstmals nach dem G20-Gipfel hat in Hamburg ein Bündnis linker Gruppen für Mittwoch zu einer Demonstration (18.30 Uhr) aufgerufen. „Wir erleben gerade in Deutschland eine Hetzkampagne gegen alles, was links ist“, teilte ein Bündnissprecher mit. Aus seiner Sicht treten „die wichtigen Themen rund um den G20-Gipfel, wie Polizeigewalt, das Verweigern von Grundrechten und die Behinderung der Presse durch die Polizei“ derzeit in den Hintergrund. Die Polizei erwartet nach Angaben eines Sprechers rund 1000 Teilnehmer und einen „relativ normalen Demo-Einsatz“.

Das alternative Zentrum war nach den Ausschreitungen während der Gipfeltage in die Kritik geraten. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Innensenator Andy Grote (SPD) sowie CDU-Fraktionsvorsitzender André Trepoll geben den Flora-Aktivisten, die die G20-Demo „Welcome to Hell“ angemeldet hatten, eine Mitschuld an den Gewaltexzessen.

Das Bündnis will nach eigenen Angaben mit der Demonstration auch ein Zeichen der Solidarität mit linken Projekten setzen, deren Schließung von anderen gefordert werde. „Hände weg von der Roten Flora, dem Gängeviertel und allen anderen angegriffenen Projekten!“, heißt es im Aufruf.

 

Bei Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels hatten Randalierer vor allem im Schanzenviertel Geschäfte geplündert, Autos angezündet und Barrikaden in Brand gesteckt. Bei Demonstrationen mit überwiegend friedlichen Teilnehmern hatte die Polizei teilweise Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt.

In der „heißen“ Einsatzphase - die am Tag vor dem Gipfel am 7. und 8. Juli begann und einen Tag danach endete - wurden nach Angaben des bayerischen Innenministeriums 231 Beamte verletzt. Die Hamburger Polizei hatte zunächst von 476 Beamten gesprochen, die in der Zeit des G20-Einsatzes vom 22. Juni bis zum 10. Juli verletzt worden seien. Die Zahl verletzter Demonstranten ist nicht bekannt. Versicherungen schätzen die durch den G20-Gipfel entstandenen Schäden auf bis zu zwölf Millionen Euro.

Alle Artikel zum G20-Gipfel finden Sie auf unserer Themenseite shz.de/g20.

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