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Von „Ehre für Hamburg“ bis „unzumutbare Belastung“ : Das erwarten Prominente aus Hamburg vom G20-Gipfel

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Aus der Onlineredaktion

Führende Unternehmer, Schauspieler, Moderatoren, Musiker und ein Fußballmanager äußern sich zum Gipfeltreffen in ihrer Stadt. Die Meinungen gehen auseinander − von einer „Ehre für Hamburg“ bis zur „unzumutbaren Belastung“.

Andreas Rettig, Geschäftsführer FC St. Pauli

„Der G20-Gipfel mit all seinen Konsequenzen bedeutet für die Menschen in unserem Stadtteil eine große zusätzliche Belastung, die kaum zumutbar ist. Ich erwarte, dass aus diesem Grund und um den Regierungschefs wie Trump, Putin und Erdogan kritisch gegenüberzutreten, viele tausend Menschen in den Tagen rund um den Gipfel auf die Straße gehen werden, um gegen deren Politik der Ausgrenzung sowie der Beschneidung von Presse- und Meinungsfreiheit zu demonstrieren. Als FC St. Pauli begrüßen wir es, wenn Menschen kreativ und laut vernehmbar, friedlich und ohne Gewalt ihren Protest äußern und sich gesellschaftlich engagieren.“

„Der G20-Gipfel mit all seinen Konsequenzen bedeutet für die Menschen in unserem Stadtteil eine große zusätzliche Belastung, die kaum zumutbar ist. Ich erwarte, dass aus diesem Grund und um den Regierungschefs wie Trump, Putin und Erdogan kritisch gegenüberzutreten, viele tausend Menschen in den Tagen rund um den Gipfel auf die Straße gehen werden, um gegen deren Politik der Ausgrenzung sowie der Beschneidung von Presse- und Meinungsfreiheit zu demonstrieren. Als FC St. Pauli begrüßen wir es, wenn Menschen kreativ und laut vernehmbar, friedlich und ohne Gewalt ihren Protest äußern und sich gesellschaftlich engagieren.“

Foto: FC St. Pauli
 

Yared Dibaba, Moderator, Musiker,  Schauspieler

„Von den Staatschefs des G20-Gipfels wünsche ich mir, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie sie die weltweite Lage der Vertriebenen in den Griff bekommen. Zurzeit gibt es über 65 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Wenn die Staatsoberhäupter ihren Beitrag zur Bekämpfung der Fluchtursachen wie etwa Landraub und Menschenrechtsverletzungen leisten würden, könnte vielen Menschen eine Menge Leid erspart werden. Oft stecken multinationale Unternehmen und Regierungen hinter Maßnahmen, die dafür verantwortlich sind, dass Millionen von Menschen unfreiwillig ihre Heimat verlassen müssen. Wenn die 20 Staatschefs schon mal an einem Wochenende zusammenkommen, wünsche ich mir, dass sie eine verbindliche Erklärung zur Bekämpfung der Vertreibungsursachen abgeben und einen entsprechenden Fahrplan dazu verfassen.“

„Von den Staatschefs des G20-Gipfels wünsche ich mir, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie sie die weltweite Lage der Vertriebenen in den Griff bekommen. Zurzeit gibt es über 65 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Wenn die Staatsoberhäupter ihren Beitrag zur Bekämpfung der Fluchtursachen wie etwa Landraub und Menschenrechtsverletzungen leisten würden, könnte vielen Menschen eine Menge Leid erspart werden. Oft stecken multinationale Unternehmen und Regierungen hinter Maßnahmen, die dafür verantwortlich sind, dass Millionen von Menschen unfreiwillig ihre Heimat verlassen müssen. Wenn die 20 Staatschefs schon mal an einem Wochenende zusammenkommen, wünsche ich mir, dass sie eine verbindliche Erklärung zur Bekämpfung der Vertreibungsursachen abgeben und einen entsprechenden Fahrplan dazu verfassen.“

Foto: Oliver Reetz

Dr. Eberhart von Rantzau, Reeder, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Deutsche Afrika-Linien/John T. Essberger

„Ich hoffe sehr, dass unter den vielen anderen Problemen in der Welt die Wirtschafts- und Flüchtlingsproblematik auf dem afrikanischen Kontinent eine wichtige Rolle spielt. Diese beiden Themen betreffen Deutschland und Europa ganz direkt. Hamburg kann sich in diesen Tagen als gastfreundliche und weltoffene Handelsmetropole darstellen, deren wirtschaftlicher Erfolg nicht auf ideologischer Vision beruht, sondern auf Sachlichkeit und Pragmatismus, die ich auch dem G20-Gipfel wünsche.“

„Ich hoffe sehr, dass unter den vielen anderen Problemen in der Welt die Wirtschafts- und Flüchtlingsproblematik auf dem afrikanischen Kontinent eine wichtige Rolle spielt. Diese beiden Themen betreffen Deutschland und Europa ganz direkt. Hamburg kann sich in diesen Tagen als gastfreundliche und weltoffene Handelsmetropole darstellen, deren wirtschaftlicher Erfolg nicht auf ideologischer Vision beruht, sondern auf Sachlichkeit und Pragmatismus, die ich auch dem G20-Gipfel wünsche.“

Annika de Buhr, Moderatorin und Journalistin

„Wenn die Mächtigen der Welt zu Gast in Hamburg sind, kann sich Hamburg als Stadt von Welt zeigen. Also weltoffen, weltgewandt und weltläufig. So gesehen ist Hamburg eine gute Wahl und wird Deutschland Ehre machen. Das gefällt mir als Hamburgerin. Als Steuerzahlerin und als Mutter frage ich mich allerdings auch, ob so ein Gipfel wirklich in einer pulsierenden Großstadt sein muss. Die Beeinträchtigungen für das städtische Leben werden massiv sein. Die Polizei wird allgegenwärtig sein, was unbestritten richtig ist. Die Kosten werden gewaltig sein und viele Menschen werden sich wie ich fragen, ob dieses Geld nicht für Kitas oder Spielplätze sinnvoller angelegt wäre. Aber nun wird eben Hamburg zum Spielplatz der Staats- und Regierungschefs. Hoffen wir mal, dass es dabei nicht nur Streit, sondern auch ein paar brauchbare Ergebnisse gibt.“

„Wenn die Mächtigen der Welt zu Gast in Hamburg sind, kann sich Hamburg als Stadt von Welt zeigen. Also weltoffen, weltgewandt und weltläufig. So gesehen ist Hamburg eine gute Wahl und wird Deutschland Ehre machen. Das gefällt mir als Hamburgerin. Als Steuerzahlerin und als Mutter frage ich mich allerdings auch, ob so ein Gipfel wirklich in einer pulsierenden Großstadt sein muss. Die Beeinträchtigungen für das städtische Leben werden massiv sein. Die Polizei wird allgegenwärtig sein, was unbestritten richtig ist. Die Kosten werden gewaltig sein und viele Menschen werden sich wie ich fragen, ob dieses Geld nicht für Kitas oder Spielplätze sinnvoller angelegt wäre. Aber nun wird eben Hamburg zum Spielplatz der Staats- und Regierungschefs. Hoffen wir mal, dass es dabei nicht nur Streit, sondern auch ein paar brauchbare Ergebnisse gibt.“

Foto: Willi Weber

Ian K. Karan, Unternehmer, Mäzen, ehemaliger Wirtschaftssenator Hamburgs

„Es ist eine große Ehre für Hamburg, Gastgeber für die Staatsmänner und Staatsfrauen der führenden 20 Nationen der Welt zu sein, die sich unter der Ägide von Frau Merkel und Deutschland in der Hansestadt treffen werden. Zwei Themen scheinen mir höchste Priorität zu haben, nämlich die Bekämpfung des Terrorismus und die Bekämpfung der Hungersnot in Afrika. Deutschland ist vorbildlich in der Entwicklungshilfe für afrikanische Länder, aber dies reicht nicht aus. Jetzt, da die USA sich aus ihrer weltpolitischen Verantwortung zurückzieht, ist es wichtig, dass Deutschland unter Frau Merkel sich als führende westliche Nation seiner Verantwortung bewusst wird. Ich hoffe auf einen friedlichen und erfolgreichen G-20-Summit.“

„Es ist eine große Ehre für Hamburg, Gastgeber für die Staatsmänner und Staatsfrauen der führenden 20 Nationen der Welt zu sein, die sich unter der Ägide von Frau Merkel und Deutschland in der Hansestadt treffen werden. Zwei Themen scheinen mir höchste Priorität zu haben, nämlich die Bekämpfung des Terrorismus und die Bekämpfung der Hungersnot in Afrika. Deutschland ist vorbildlich in der Entwicklungshilfe für afrikanische Länder, aber dies reicht nicht aus. Jetzt, da die USA sich aus ihrer weltpolitischen Verantwortung zurückzieht, ist es wichtig, dass Deutschland unter Frau Merkel sich als führende westliche Nation seiner Verantwortung bewusst wird. Ich hoffe auf einen friedlichen und erfolgreichen G-20-Summit.“

Foto: Catrin-Anja Eichinger

Frederik und Gerrit Braun, Gründer Miniatur Wunderland Hamburg

„Wir sind sicher durch Sperrungen, Demos, Stornierungen betroffen, nehmen es aber gern in Kauf. Die auf dem Gipfel miteinander sprechenden Menschen sind UNSERE Volksvertreter. Somit befürworten wir, dass sie es mitten in unserer Stadt tun und nicht irgendwo versteckt. Der G20-Gipfel ist eine Zusammenkunft von tausenden Experten und Entscheidern zu wirklich wichtigen Themen. Wenn wir Hamburger eine Haltung für den Dialog und gegen Gewalt einnehmen und möglichst alle Teilnehmer mit unserer Meinung für eine humanistischere Welt konfrontieren, dann kann der Gipfel wirklich etwas bewegen. Weil er mitten in Hamburg stattfindet, einer Stadt, die für Weltoffenheit, Toleranz und gelebte Demokratie steht.“

„Wir sind sicher durch Sperrungen, Demos, Stornierungen betroffen, nehmen es aber gern in Kauf. Die auf dem Gipfel miteinander sprechenden Menschen sind UNSERE Volksvertreter. Somit befürworten wir, dass sie es mitten in unserer Stadt tun und nicht irgendwo versteckt. Der G20-Gipfel ist eine Zusammenkunft von tausenden Experten und Entscheidern zu wirklich wichtigen Themen. Wenn wir Hamburger eine Haltung für den Dialog und gegen Gewalt einnehmen und möglichst alle Teilnehmer mit unserer Meinung für eine humanistischere Welt konfrontieren, dann kann der Gipfel wirklich etwas bewegen. Weil er mitten in Hamburg stattfindet, einer Stadt, die für Weltoffenheit, Toleranz und gelebte Demokratie steht.“

Foto: Dagmar Gehm

Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA)

„Persönlich miteinander zu reden, ist allemal besser, als per Kurznachricht zu kommunizieren. Der G20-Gipfel bietet einen Raum zum Dialog. Dieser bleibt in einer Welt zunehmender Spannungen und Unsicherheiten wichtig, auch wenn es wohl nicht gelingen wird, den US-amerikanischen Präsidenten ein Bekenntnis zum Klimaschutz abzuringen oder den russischen Präsidenten zur Rückgabe der Krim an die Ukraine zu überzeugen. Hamburg wird sich den Gipfelteilnehmern als weltoffene und tolerante Stadt präsentieren, in der Tradition und Modernität zu Hause sind. Der Sicherheitsaufwand ist zweifellos enorm. Auch im Hamburger Hafen werden wir mit Einschränkungen umgehen müssen. Dennoch freuen wir uns auf die Gäste aus aller Welt.“

„Persönlich miteinander zu reden, ist allemal besser, als per Kurznachricht zu kommunizieren. Der G20-Gipfel bietet einen Raum zum Dialog. Dieser bleibt in einer Welt zunehmender Spannungen und Unsicherheiten wichtig, auch wenn es wohl nicht gelingen wird, den US-amerikanischen Präsidenten ein Bekenntnis zum Klimaschutz abzuringen oder den russischen Präsidenten zur Rückgabe der Krim an die Ukraine zu überzeugen. Hamburg wird sich den Gipfelteilnehmern als weltoffene und tolerante Stadt präsentieren, in der Tradition und Modernität zu Hause sind. Der Sicherheitsaufwand ist zweifellos enorm. Auch im Hamburger Hafen werden wir mit Einschränkungen umgehen müssen. Dennoch freuen wir uns auf die Gäste aus aller Welt.“

Foto: HHLA

Hadi Teherani, Architekt und Designer

„Ich finde es gut, dass die Politiker miteinander sprechen und hoffe, dass sie zu Ergebnissen kommen. Auch wenn Trump dabei ist. Aber mittlerweile kann er sowieso machen, was er will, er ist schon abgeschrieben. Den nimmt keiner mehr ernst. Europa sieht durch Trump aber auch, dass es stärker zusammenhalten muss und seine Zukunft nicht immer unter Wert verkaufen darf. Hamburg kann vom Gipfel profitieren, weil die Stadt in den Fokus der Welt rückt.“

„Ich finde es gut, dass die Politiker miteinander sprechen und hoffe, dass sie zu Ergebnissen kommen. Auch wenn Trump dabei ist. Aber mittlerweile kann er sowieso machen, was er will, er ist schon abgeschrieben. Den nimmt keiner mehr ernst. Europa sieht durch Trump aber auch, dass es stärker zusammenhalten muss und seine Zukunft nicht immer unter Wert verkaufen darf. Hamburg kann vom Gipfel profitieren, weil die Stadt in den Fokus der Welt rückt.“

Foto: Roger Mandt

Dr. Michael Otto, Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group

„Es sind große Herausforderungen, denen sich die 20 größten Wirtschaftsnationen der Welt in der kommenden Woche in Hamburg stellen müssen. Der große Nachholbedarf der Schwellenländer, die digitale Revolution verbunden mit der Entstehung neuer Energietechnologien, diverse Flüchtlingskrisen überall auf der Welt sowie die schwache Leistung der Weltwirtschaft stellen uns vor Fragen, deren Beantwortung keinen Aufschub duldet. Wir alle tun deshalb gut daran, unsere Kräfte zu bündeln und dafür zu sorgen, dass sich die Staatengemeinschaft gemeinsam ambitionierte Ziele setzt. Mehr Mut zur konkreten Gestaltung der Globalisierung sowie eine globale Transformation zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise müssen unseren Anspruch an die Ergebnisse von G20 leiten, denn unser aller Wohlstand, unser Wachstum und unsere Freiheit hängen von einer Lösung dieser globalen Herausforderungen ab.“

„Es sind große Herausforderungen, denen sich die 20 größten Wirtschaftsnationen der Welt in der kommenden Woche in Hamburg stellen müssen. Der große Nachholbedarf der Schwellenländer, die digitale Revolution verbunden mit der Entstehung neuer Energietechnologien, diverse Flüchtlingskrisen überall auf der Welt sowie die schwache Leistung der Weltwirtschaft stellen uns vor Fragen, deren Beantwortung keinen Aufschub duldet. Wir alle tun deshalb gut daran, unsere Kräfte zu bündeln und dafür zu sorgen, dass sich die Staatengemeinschaft gemeinsam ambitionierte Ziele setzt. Mehr Mut zur konkreten Gestaltung der Globalisierung sowie eine globale Transformation zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise müssen unseren Anspruch an die Ergebnisse von G20 leiten, denn unser aller Wohlstand, unser Wachstum und unsere Freiheit hängen von einer Lösung dieser globalen Herausforderungen ab.“

Foto: Otto Group

 

Alle Informationen und Berichte zum G20-Gipfel in Hamburg finden Sie gesammelt auf shz.de/g20.

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erstellt am 01.Jul.2017 | 10:00 Uhr

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