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Gipfel in Hamburg : Bewährungsstrafen für zwei G20-Gewalttäter – Farbanschlag auf Gericht

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Applaus im Gerichtssaal: Die Bewährungsstrafe für einen Beteiligten an den G20-Krawallen kommt bei seinen Unterstützern gut an. Auch ein zweiter Gewalttäter gesteht und kommt mit Bewährung davon.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 17:09 Uhr

Hamburg | Wegen Beteiligung an den G20-Ausschreitungen sind am Donnerstag zwei Angeklagte aus Italien und den Niederlanden zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der 32-jährige Italiener gestand, am Abend des 7. Juli in der Nähe des linksautonomen Zentrums Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel einen faustgroßen Stein gezielt auf Polizisten geworfen zu haben.

Der Stein zersplitterte auf dem Bordstein, ein Teil traf einen Beamten schmerzhaft am Fuß. Wenige Minuten später schleuderte der Angeklagte eine Flasche, die die Beamten nur knapp verfehlte. Das Amtsgericht Hamburg-Altona verurteilte ihn zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung.

Ein angehender Lehrer aus den Niederlanden räumte vor dem Amtsgericht Hamburg die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein und entschuldigte sich für seine Taten, wie ein Gerichtssprecher sagte. Demnach hatte der 33-Jährige in der Nacht zum 7. Juli im Stadtteil Eimsbüttel einen schweren Glasaschenbecher auf Polizisten geworfen und einen Beamten am Bein getroffen.

Dann schleuderte er eine Glasflasche, die nur knapp in Kopfhöhe an den Polizisten vorbeiflog. Zwei weitere Flaschen warf er auf Polizeifahrzeuge. Die Polizeigewalt habe ihn wütend und traurig gemacht, sagte der Angeklagte zu seinem Motiv. Der Richter nahm ihm das nicht ab. Er sei mit einem Tuch vermummt gewesen, habe also mit einer Eskalation gerechnet.

Bei der Urteilsverkündung im Amtsgericht Altona applaudierten die knapp 30 Zuschauer und jubelten, was der Richter mit einem Schmunzeln hinnahm. Sein Beschluss, eine DNA-Probe des italienischen Angeklagten nehmen zu lassen, wurde mit Buh-Rufen quittiert. Auf dem Flur griffen Zuschauer in Gegenwart von drei Justizbeamten einen Presse-Fotografen an und beschädigten dessen Ausrüstung. Bereits am frühen Morgen hatten Unbekannte das Gerichtsgebäude mit Farbe und Steinen beworfen.

Dabei ging eine Fensterscheibe zu Bruch. Der Prozess vor dem Amtsgericht am Sievekingplatz sei störungsfrei verlaufen, sagte der Gerichtssprecher.

Alle Artikel und Informationen rund um den G20-Gipfel finden Sie auf unserer Sonderseite shz.de/g20.

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