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Gewalt beim G20-Gipfel in Hamburg : Bayerischer Bürgermeister schenkt verletzten Polizisten Gratisurlaub

vom
Aus der Onlineredaktion

In der Gemeinde Krün, dem ehemaligen G7-Tagungsort, sollen beim G20-Gipfel verletzte Beamte kostenlos nächtigen.

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 17:30 Uhr

Krün/Hamburg | Beim G20-Treffen in Hamburg verletzte Polizisten können sich in der Gipfel-erprobten Region rund um das bayerische Schloss Elmau erholen. Dafür hat der Bürgermeister der Gemeinde Krün, Thomas Schwarzenberger (CSU), Vermieter in der gesamten Zugspitz-Gegend angeschrieben und etwa Gratis-Übernachtungen angefragt, teilte eine Sprecherin am Montag mit. Das „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“ hatte zuvor darüber berichtet. 2015 war Schloss Elmau in Krün Treffpunkt für den G7-Gipfel.

Die Gewalt beim G20-Gipfel in Hamburg hat eine Welle der Hilfsbereitschaft für die verletzten Polizisten ausgelöst.

Zahlreiche Beamte waren bei Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg verletzt worden. Das Angebot gelte für Polizisten aus ganz Deutschland, erklärte die Sprecherin. Innerhalb weniger Stunden seien die ersten Zusagen eingetroffen - von Vermietern von Gästehäusern, Ferienwohnungen und von einem Vier-Sterne-Hotel. Abgewickelt werde das Ganze über die Bayerische Polizeistiftung.

Hamburger G20-Ausschuss tagt ab Ende August

Die rot-grüne Koalition in Hamburg will den geplanten Sonderausschuss zu den Gewaltexzessen beim G20-Gipfel möglichst Ende August konstituieren. Sie wollten deswegen während der parlamentarischen Sommerpause auf die Opposition - CDU, FDP, Linke - zugehen, kündigten die Fraktionsvorsitzenden der SPD und Grünen, Andreas Dressel und Anjes Tjarks, am Montag an.

Nach ihrem Fahrplan soll der Ausschuss im September in seine Arbeit einsteigen. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) werde dem Ausschuss Rede und Antwort stehen, daran gebe es überhaupt keinen Zweifel, sagte Dressel. Außerdem würden Wissenschaftler, beispielsweise Konfliktforscher, eingeladen. Ziel sei, die richtigen Lehren für die Zukunft aus den Krawallen zu ziehen. „Wie können wir verhindern, dass sich so etwas wiederholt?“

Für den Ausschuss sollen alle erforderlichen Akten angefordert und an ihn alle Vorschläge überwiesen werden, darunter der CDU-Aktionsplan. „Nur so, ohne Parteiengezänk, werden wir die Herausforderung auch bestehen“, sagte Dressel.

Parallel zur dieser Aufarbeitung wollen die rot-grünen Politiker das Gespräch mit den Bewohnern des Schanzenviertels suchen. Dabei soll es darum gehen, wie es mit dem Viertel und der Roten Flora weitergehen kann. „Wir müssen diese gesellschaftliche Debatte führen“, sagte Tjarks.

Der SPD-Fraktionschef machte deutlich, dass es keinen Dialog mit den Spitzenvertretern des linksautonomen Kulturzentrums geben wird. „Was die Herren Blechschmidt und Beuth angeht: „Die beiden haben sich für den vernünftigen Dialog disqualifiziert. Diese beiden Herren haben sich außerhalb des politischen Konsenses gestellt“, sagte Dressel. Er kritisierte vor allem Beuths provokante Sympathiebekundungen zur Gewalt. Die Flora-Vertreter hatten die G20-Demo „Welcome to Hell“ angemeldet.

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