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G20-Gipfel : Erste Hundertschaft aus Kiel in Hamburg

vom
Aus der Onlineredaktion

1500 Polizisten aus SH kommen zum G20-Gipfel. Was der Einsatz für sie bedeutet.

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 20:02 Uhr

Kiel/Hamburg | Für den Hamburger G20-Gipfel stellt Schleswig-Holstein 1500 Polizisten. „Das ist ein Zehntel aller G20-Beamten“, so Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Am Dienstag verabschiedete er in Kiel die erste Hundertschaft, die in Richtung Hansestadt abrückte. „Es wird ein schwieriger Einsatz, aber Sie sind gut ausgebildet, gut ausgestattet und werden gut geführt“, sagte er.

Die Hundertschaft „Nordlicht 1“ ist 136 Mann stark und eine sogenannte Einzeldiensthundertschaft; die Beamten werden immer dann aus dem normalen Dienst herausgelöst, wenn große Einsätze anstehen. Hundertschaftsführer Sönke Ortmann (46): „Alle sind hochmotiviert, auch wenn klar ist, dass Störer aus der ganzen Welt kommen werden.“

Auf den Straßen Hamburgs könnte es mächtig knallen – ein Beweis dafür sind die Bitumen gefüllten Feuerlöscher, die bei Linksautonomen beschlagnahmt wurden. Ortmann bleibt dennoch gelassen: „Wir sind auf alles vorbereitet.“

Die Nordlichthundertschaft war bereits in Elmau im Einsatz, beim G7-Gipfel in Lübeck und beim Besuch von Obama in Berlin. Thomas Bauchrowitz, Leiter der Polizeidirektion Kiel sagte: „Sie haben die Kompetenz alles zu bewältigen, das Wichtigste ist, dass Sie unbeschadet zurückkommen.“

Am ersten Tag wird die Hundertschaft für den Streckenschutz eingeteilt, sichert die Routen von Staatsgäste oder begleitet Demonstrationen. Wohnen werden die Polizisten im Levo-Park in Bad Segeberg, jenem Containerdorf, in dem die Berliner Bereitschaftspolizei aus Langeweile so exzessiv feierte, dass sie wieder nach Hause musste. Und die Bundespolizei aus Rheinland Pfalz rückte freiwillig dort ab – weil sie die Unterbringung als völlig inakzeptabel betrachtete. „Deshalb haben wir die Unterkünfte extra noch einmal inspiziert, um die Verbesserungen zu überprüfen“, erklärte Ortmann.

Die Polizeiführung rechnet damit, dass jeder Beamte 20 bis 30 Überstunden machen wird. GdP-Landeschef Torsten Jäger: „Der Überstundenberg beträgt bereits 500.000 Stunden, das sind 300 Stellen. Diese extrem hohe Zahl ist auf Dauer bedenklich.“

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