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Sicherheitszonen in Hamburg : G20-Gäste in der Elbphilharmonie: Ausnahmezustand in der Hafencity

vom

Am 7. Juli wird die westliche Hafencity zur Geisterstadt – sie ist dann Sicherheitszone 2. Gewerbetreibende überlegen, gar nicht erst zu öffnen.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2017 | 20:37 Uhr

Hamburg | Wenn am späten Freitagnachmittag des 7. Juli die Staatskarossen der G20-Gipfel-Gäste vom Flughafen durch das Stadtgebiet zur Elbphilharmonie rollen, geht in der Hafencity nicht mehr viel. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Gipfel-Gäste für diesen Tag zu einem Arbeitsessen mit anschließendem Konzert in den neuen Kulturtempel eingeladen. Dafür gilt die höchste Sicherheitsstufe und die macht die westliche Hafencity zum Sperrgebiet.

Das Bezirksamt, die Innenbehörde und die Polizei informierten am Dienstagabend Bewohner und Gewerbetreibende, mit welchen Einschränkungen sie an diesem Tag rechnen müssen. Und die sind erheblich: Rund um die Elbphilharmonie wird eine sogenannte Sicherheitszone 2 (gelb markiert, siehe Grafik) eingerichtet, die am 7. Juli von 6 Uhr morgens bis spät in die Nacht gilt und mit halbhohen Gittern, den sogenannten Hamburger Gittern, abgesperrt und von Polizisten gesichert wird. Innerhalb der Sicherheitszone 2 dürfen am 7. Juli keine Autos an der Straße geparkt und keine Fahrräder draußen abgestellt werden.

 

Anwohner, Gewerbetreibende, Postboten oder Pflegedienste können die Sicherheitszone nur über drei Kontrollstellen betreten, wenn sie sich entsprechend ausweisen können. Wer kein Anwohner ist, müsse ein „berechtigtes Interesse“ nachweisen, um hinein gelassen zu werden, sagte Polizeibeamter Enno Treumann am Dienstagabend während einer Infoveranstaltung in der Kühne Logistics University (KLU) am Großen Grasbrook. Anders gesagt: Wer am 7. Juli nicht unbedingt in die westliche Hafencity muss, weil er dort wohnt oder arbeitet, sollte sie meiden.

Viele Gewerbetreibende überlegen deshalb, ob sie am G20-Freitag überhaupt öffnen sollen. Polizist Treumann formulierte seine Empfehlung dazu so: „Es gibt derzeit keinen Grund, sein Geschäft zu verbarrikadieren, bislang sind keine Demos für die Hafencity angemeldet.“ Geschäftsinhaber und Gastronomen könnten also „normal öffnen“, sie müssten allerdings mit einem „erheblich geschrumpften Kundenstamm“ rechnen wegen der strengen Kontrollen an den Einlassstellen. So will Inhaberin Ulrike Hühnerbein ihr Restaurant „Wandrahm“ am Kaiserkai  erst gar nicht öffnen: „Da gebe ich meinen Mitarbeitern lieber mal frei, als dass sie sich im leeren Restaurant langweilen“, sagt die Gastronomin der ersten Stunde in der Hafencity.

Einschränkungen wird es im übrigen auch im öffentlichen Nahverkehr geben. Während die U4 nicht betroffen ist, werden die Buslinien 6 und 111 vom 7. Juli an die Haltestellen innerhalb der Sicherheitszone nicht anfahren können. Zudem wird der Schiffsverkehr (auch der Fährbetrieb) im Bereich der Elbphilharmonie am Freitag eingestellt.

Diese Übersichtskarte zeigt die Sperrzonen in Hamburg während des G20-Gipfels:

 
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