63-Jähriger in U-Haft : Fünfjährige entführt und missbraucht

Polizisten waren mit ihrer Suche nach einer Fünfjährigen in Hamburg-Harburg am Abend erfolgreich.
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Polizisten waren mit ihrer Suche nach einer Fünfjährigen in Hamburg-Harburg am Abend erfolgreich.

In Hamburg-Harburg hat die Polizei am Samstagabend einen 63 Jahre alten Mann festgenommen. Er soll ein fünfjähriges Mädchen entführt, gefesselt und missbraucht haben. Das Kind wurde aus der Wohnung des Mannes befreit.

shz.de von
17. November 2013, 12:23 Uhr

Hamburg | Samstagabend in Hamburg-Harburg: Eine Mutter meldet gegen 21 Uhr ihre fünfjährige Tochter als vermisst. Die Kleine hatte mit einer Freundin am Nachmittag auf einem nahe gelegenen Spielplatz im Phoenix-Viertel getobt und sich für einen Hund interessiert. Dann ist sie verschwunden. Zunächst suchen die Mutter und Angehörige selbst nach dem Kind. Als die Suche erfolglos bleibt, ruft die Mutter die Polizei. Etwa 40 Polizisten unterstützen die Familie.

Die Ermittler befragen Angehörige und Nachbarn. Auf einem Überwachungsvideo eines Kiosks sind die Fünfjährige und ein Mann mit Hund zu sehen. Die Spielkameradin des Mädchens beschreibt das Tier so detailreich, dass die Beamten zweieinhalb Stunden nach der Vermisstenmeldung vor der Wohnung von Bernd L. stehen. Als sie bei dem 63-Jährigen klingeln, finden sie das gefesselte Kind. „Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Mädchen Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden“, sagt Polizeisprecher Holger Vehren. Und: „Der Beschuldigte machte in seiner Vernehmung widersprüchliche Angaben.“ Der Mann sitze mittlerweile in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft in Hamburg mit. Vorgeworfen werde ihm schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und auch Nötigung.

Laut Medienberichten soll er sich den Hund bereits mehrere Male von einem Nachbarn ausgeliehen haben – angeblich, um mit dem kleinen Tier an der Seite mehr Ausgaben einer Obdachlosenzeitung verkaufen zu können. Außerdem soll er schon mehrfach in Begleitung von kleinen Mädchen gesehen worden sein. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten sich jedoch dazu und zu anderen Details zu dem Tatverdächtigen äußern. Medien berichteten zudem, die Familie des Mädchens habe bereits vor Einschalten der Polizei intensiv nach dem Kind gesucht und habe zusammen mit Nachbarn bei dem 63-Jährigen geklingelt. An der Wohnungstür habe er sie aber zunächst abwimmeln können. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten das am Montag nicht kommentieren.

Die entführte Fünfjährige wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort wird sie nach wie vor behandelt. Ob sie den Mann kannte, ist unklar. Bislang hat es noch keine Anhörung des Mädchens durch die Kriminalpolizei gegeben. Die Befragung solle auf keinen Fall im Krankenhaus stattfinden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

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