Hamburg : Freundinnen ausgespäht – Mutmaßlicher Serienbetrüger verhaftet

Ein 34-Jähriger hat gezielt Frauen kennengelernt, um mit deren Daten Elektronikartikel zu bestellen – und zu verkaufen.

shz.de von
05. März 2018, 13:37 Uhr

Hamburg | Ermittler des Betrugsdezernats verhafteten vergangene Woche in einem Lokal in Hamburg-Uhlenhorst einen mutmaßlichen Serienbetrüger, teilte die Polizei am Montag mit. Der Mann soll in mindestens 70 Fällen Betrugsdelikte und Unterschlagungen begangen haben. „Geschädigt waren hauptsächlich Frauen, mit denen der Beschuldigte eine Liebesbeziehung einging.“

Der 34-Jährige habe bei seinen jeweiligen Freundinnen übernachtet und häufig einen Haus- oder Wohnungsschlüssel bekommen. Er habe dann die Personal- und Bankdaten der Frauen ausgespäht – und damit vor allem Elektronikartikel und Mobiltelefone an ihre Adressen liefern lassen.

Der Mann habe offenbar keine eigene Wohnung gehabt, erklärte eine Polizeisprecherin. Seinen Freundinnen habe er gesagt, er habe einen Job. „Während die Frauen arbeiten gingen, fuhr der Tatverdächtige allerdings in die Wohnungen zurück und passte die Paketlieferanten ab“, hieß es. Die Waren verkaufte er über ein Internetportal.

Von einigen Frauen habe er sich zudem hohe Bargeldsummen geliehen – ohne sie zurückzuzahlen – und deren Mobiliar ohne ihr Wissen im Internet verkauft. „Zuletzt ging er die Liebesbeziehungen im Vier-Wochen-Takt ein und intensivierte die Warenbestellungen.“ Wenn erste Mahnungen bei der jeweiligen Freundin eingegangen seien, habe er den Kontakt abgebrochen.

Der 34-Jährige ging den Angaben zufolge zudem Arbeitsverhältnisse ein, ließ sich teilweise einen Gehaltsvorschuss geben – und erschien dann nicht oder sehr unregelmäßig zur Arbeit.

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