OLG Hamburg : Freispruch im Prozess gegen mutmaßliche IS-Mitglieder gefordert

Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg. /Archiv
Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg. /Archiv

Die drei Syrer waren im September 2016 in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Seither sitzen sie in U-Haft.

shz.de von
13. Februar 2018, 12:54 Uhr

Hamburg | Im Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder des Islamischen Staates (IS) vor dem Oberlandesgericht in Hamburg hat die Verteidigung Freispruch gefordert. Der Anwalt eines 19-jährigen Syrers betonte am Dienstag, sein Mandant habe sich seit Längerem von der Terrororganisation distanziert. Er sei als Jugendlicher von dem System in Syrien missbraucht worden. Eine Jugendstrafe sei dafür nicht erforderlich. Der Verteidiger eines 20-jährigen Syrers erklärte, die Bundesanwaltschaft habe keinen Tatnachweis erbringen können. Der Anwalt des dritten Angeklagten, ebenfalls aus Syrien und 27 Jahre alt, hat ebenfalls Freispruch beantragt.

Den drei jungen Männern wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft hat Strafen zwischen vier und acht Jahren Haft gefordert. Sie wirft den drei Syrern vor, sie seien im Herbst 2015 vom IS nach Deutschland geschickt worden, um sich für Anschläge in Europa bereitzuhalten.

Die Angeklagten waren im September 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld (alle Kreis Stormarn) festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Am übernächsten Freitag (23. Februar) will der Staatsschutzsenat sein Urteil verkünden.

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