Rolling Stones in Hamburg : Freikarten-Affäre verzögert Ernennung von Bezirksamtschefin

Let's dance.
Die Freikarten-Affäre zieht weiter Kreise.

Yvonne Nische hatte ebenfalls Freikarten für das Konzert erhalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Herbst.

shz.de von
08. August 2018, 12:09 Uhr

Hamburg | Die Affäre um die Vergabe von Freikarten für das Rolling-Stones-Konzert vor fast einem Jahr verzögert die Neubesetzung des Chefpostens im Hamburger Bezirksamt Nord. Die am 12. April gewählte SPD-Politikerin Yvonne Nische sagte dem Sender NDR 90,3: „Das ist richtig, dass ich auch Arbeitskarten hatte für die Rolling Stones.“ Zu dem Vorgang an sich könne sie nicht Stellung nehmen, weil Verfahren anhängig seien. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bürgerschaftsfraktion hieß es kürzlich: „Der Senat befindet sich noch in der Phase der Entscheidungsvorbereitung.“ Als dienstälteste Dezernentin leitet Nische das Bezirksamt zurzeit geschäftsführend.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit vergangenem Herbst unter anderem gegen den Ende Juni in Ruhestand gegangenen Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit. Im November waren Büros des Bezirksamts und des Konzertveranstalters FKP Scorpio durchsucht worden. Ob auch gegen die Empfänger der nach Medienberichten 100 Freikarten ermittelt werden muss, werde noch geprüft, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Mittwoch.

Bei dem Konzert am 9. September 2017 im Hamburger Stadtpark hatten 82.000 Fans die Rolling Stones begeistert gefeiert. Für die Genehmigung des Konzerts war das Bezirksamt Nord zuständig. Hamburg ist in sieben Bezirke gegliedert.

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