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Landeanflug von Finnair-Maschine : Flughafen Hamburg: Drohne fliegt knapp an Flugzeug vorbei

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Die Drohne befand sich in einer Höhe von 250 Metern, nur 30 Meter von der Finnair-Maschine entfernt.

Hamburg | Es ist eine Schreckensvorstellung von Piloten und Fluggästen – am Samstag wäre sie am Hamburger Flughafen um ein Haar wahr geworden. Beim Landeanflug ist ein Passagierjet mit 84 Menschen an Bord beinahe mit einer Drohne kollidiert. Das hat die Polizei am Montag mitgeteilt. Das ferngesteuerte Flugobjekt habe sich einer Verkehrsmaschine der Gesellschaft Finnair über Langenhorn bis auf 30 Meter genähert, berichtete Polizeisprecher Jörg Schröder. Verletzt wurde niemand, die Drohne und deren Besitzer blieben unbekannt.

Nach den Angaben sich befand die aus Helsinki kommende Maschine vom Typ Embraer E190 gegen 18.05 Uhr kurz vor dem Touchdown auf der Nordostbahn, als die Cockpit-Besatzung und wohl auch mancher Reisende ihren Augen nicht trauten. Schröder: „Die Drohne soll sich in einer Höhe von etwa 250 Metern befunden und in etwa 30 Metern Entfernung das Flugzeug  passiert haben.“ Zum Zusammenstoß kam es nicht, das gefährliche Gerät verschwand so plötzlich wie es gekommen war.

Der Tower verständigte die Polizei, die umgehend eine Fahndung am mutmaßlichen Aufstiegsort in Airport-Nähe veranlasste. Beamte durchkämmten das Gebiet um die Straße Morreye (Langenhorn), entdeckten aber keinerlei Hinwiese auf den Urheber des lebensgefährlichen Zwischenfalls.

Das Landeskriminalamt ermittelt nun wegen Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. In schwerwiegenden Fällen droht Tätern dafür Haft.

Wer immer die Drohne aufsteigen ließ, er hat massiv gegen Vorschriften verstoßen. Laut Polizei ist das kommerzielle Betreiben von Drohnen in Hamburg grundsätzlich genehmigungspflichtig ist. Auch private Nutzer müssen immer eine Erlaubnis einholen, wenn sie ihre fliegenden Spielzeuge im Umkreis von 1500 Metern um das Flughafengelände in Fuhlsbüttel und den Airbus-Werksflugplatz in Finkenwerder einsetzen wollen; dies gilt in dem Bereich auch für Lenkdrachen und Luftballons.

Selbst außerhalb des Flughafen-Umkreises ist eine Freigabe der Deutschen Flugsicherung immer dann erforderlich, wenn die Drohne höher als 50 Meter steigen soll, bei so genannten Flugmodellen sogar schon ab 30 Metern. Letztere diene ausschließlich der Freizeitunterhaltung. 

Der Beinahe-Zusammenstoß macht den Verantwortlichen Sorgen. Die Zahl der Vorfälle mit Drohnen häufe sich seit etwa zwei Jahren, berichtet Flughafen-Sprecherin Stefanie Harder. Die Flughafen-Polizei registriert mittlerweile fast wöchentlich aufsteigende Mini-Copter im Dunstkreis des fünftgrößten deutschen Verkehrs-Airports mit seinen rund 150.000 Starts und Landungen pro Jahr.

Für die Flugzeuge stellen die ferngesteuerten Flugobjekte auch dann eine erhebliche Gefahr dar, wenn sie nicht direkt mit ihnen kollidierten. Denn die Triebwerke der Jets können Drohnen auch aus einiger Entfernung ansaugen und dabei schwer beschädigt werden. Einen Unfall habe es glücklicherweise noch nicht gegeben, so Harder.

Wie viele Drohnen insgesamt über Hamburg surren, ist unbekannt. Die Zahl der Anträge auf Drohnenflüge hat laut Luftverkehrsbehörde aber deutlich zugenommen. Waren es 2012 noch 19, lag die Zahl 2014 schon bei 346.

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erstellt am 21.Sep.2015 | 13:08 Uhr

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