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Verstoß gegen Luftfahrtrecht : Flugdrohne stürzt auf Hamburger Fernsehturm

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei einer Höhe von rund 120 Metern hatte der Pilot den Funkkontakt zu der Drohne verloren.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 19:55 Uhr

Hamburg | Eine illegal gestartete Flugdrohne ist in der Nacht zu Montag auf den Hamburger Fernsehturm gestürzt und hat so einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Der Pilot habe bei einer Höhe von rund 120 Metern den Funkkontakt zu der Drohne verloren, woraufhin diese auf die erste Plattform des Turmes gestürzt sei, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Die ferngesteuerten Fluggeräte sind aus Datenschutzgründen und wegen der Unfallgefahr umstritten. Immer wieder gibt es Beinahe-Kollisionen zwischen Drohnen und Flugzeugen. Auch am Flughafen Hamburg schrammte bereits ein Flugzeug knapp an einer Drohne vorbei.

Der Pilot wandte sich demnach mit der Bitte um Hilfe an umstehende Polizeibeamte, die daraufhin die Höhenretter der Feuerwehr einschalteten. So sollte verhindert werden, dass die Drohne abstürzt und zur Gefahr für Passanten wird. Die Einsatzkräfte sicherten das Fluggerät, das in der Nähe einer Einstiegslucke liegen geblieben war. Den Piloten erwartet nun eine Anzeige wegen mehrerer Verstöße gegen das Luftfahrtrecht.

 

Hintergrund: Drohnen für Flugzeuge gefährlicher als Vögel

Drohnen sind nach Expertenmeinung gefährlicher für Flugzeuge als Vögel. Eine Drohne sei aus Kunststoff und Metall und könne daher unter Umständen einen größeren Schaden im Triebwerk anrichten, sagte Axel Raab, Leiter der Pressestelle der Deutschen Flugsicherung. Im schlimmsten Fall könne sie es in Brand setzen. „Das Flugzeug kann zwar auch mit einem Triebwerk weiterfliegen, aber es hat nicht umsonst zwei Triebwerke. Das ist auf jeden Fall sicherer.“ Am Münchner Flughafen hatte der Pilot einer Passagiermaschine beim Landeanflug ein Drohne ganz in der Nähe einer Flügelspitze gesichtet.

Eine Drohne darf nur in Sichtweite der Person fliegen, die sie steuert - bei einem Verstoß dagegen werde ein Drohnenhalter bisher nur sehr selten ermittelt. „Das Problem ist, dass wir die Drohnen nicht auf dem Radar sehen können, weil die einfach zu klein sind“, sagte Raab. „Wir fordern daher eine Registrierung der Drohnen und eine technische Einrichtung, so dass die Drohne auch auf dem Radar sichtbar ist.“

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