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Rathaus in Hamburg : Flüchtlinge demonstrieren gegen unbeheizte Zelte

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Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt müssen in Hamburg Tausende Flüchtlinge ohne Heizung in Zelten kampieren. Sie wollen das nicht länger hinnehmen.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 17:25 Uhr

Hamburg | Etwa 100 Flüchtlinge haben am Dienstag vor dem Hamburger Rathaus gegen ihre Unterbringung in unbeheizten Zelten protestiert. „Uns ist kalt“, hieß es auf einem der Transparente. Auf einem anderen stand: „Baut die Zelte ab bitte“. Vor allem seine Kinder litten unter der Kälte und Feuchtigkeit, sagte ein Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Bahrenfeld. Ein anderer Flüchtling zeigte ein ärztliches Attest, wonach er unter einer Neigung zu Infekten leidet.

In Hamburg sind nach Angaben der Innenbehörde Zelte für etwa 3600 Flüchtlinge aufgestellt worden. Darunter sind beheizbare Zelte der Bundeswehr mit 750 Plätzen. Die übrigen 2850 Plätze befänden sich in nicht winterfesten Unterkünften. Hinzu kämen rund 300 Schlafstellen in einer Halle der Feuerwehrakademie im Stadtteil Billbrook, die nur eingeschränkt winterfest sei. Diese 3150 Plätze müssten durch beheizbare Festgebäude oder auch Bundeswehrzelte ersetzt werden.

Die grüne Bürgerschaftsfraktion empfing kurzfristig sechs Demonstranten zu einem Gespräch. Fraktionschef Anjes Tjarks und die flüchtlingspolitische Sprecherin Antje Möller erklärten den Asylbewerbern, welche Verbesserungen bei der Flüchtlingsunterbringung geplant seien. „Familien mit Kindern sollen als erste woanders hingebracht werden“, sagte Möller. Sie riet den Flüchtlingen, eine Liste mit besonders schwierigen Fällen zu erstellen. Die Grünen-Abgeordnete bestätigte, dass es kranke Kinder in den Zelten gebe und Menschen auf dem Boden auf Luftmatratzen schlafen müssen. Ziel sei: „Alle aus den Zelten herausbekommen.“

Die Planungen für Holzhäuser und Container liefen mit Hochdruck, erklärte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. Die Mitarbeiter des städtischen Betriebs Fördern und Wohnen, bemühten sich zurzeit, den Betroffenen mit zusätzlichen Decken, Heißgetränken und Wärmflaschen zu helfen, sagte ein Sprecher des Ausländeramts.

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