Hamburger Flüchtlingsunterkunft : Flüchtling randaliert und verletzt sich mit einem Messer

Polizisten greifen ein und nehmen den Asylbewerber fest. Jetzt durchleuchten mehrere Behörden sein Leben.

shz.de von
16. August 2017, 11:54 Uhr

Hamburg | Ein Flüchtling verletzt sich mit einem Messer selbst und bedroht andere in der Flüchtlingsunterkunft an der Straße Sievers­stücken im Stadtteil Sülldorf, Hamburg-Altona. Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. Der Staatsschutz und die Risikoeinschätzung des Landeskriminalamts (LKA) sind eingeschaltet, teilt die Polizei mit. „Aber das ist eine Standardmaßnahme, wenn es zu Auffälligkeiten kommt“, so ein Sprecher der Behörde.

Der Mann, der von sich sagt, dass er Palästinenser sei, randalierte in der Flüchtlingsunterkunft. Er schlug gegen Wände und Türen. Ein Stadtteilpolizist wurde auf seiner Streife auf den Lärm aufmerksam und versuchte den Mann zu beruhigen. „Er normalisierte sich auch kurzzeitig, bis er wieder aggressiv wurde“, sagt der Polizeisprecher.

Der Beamte vor Ort habe dann Verstärkung angefordert. Als der Streifenwagen eintraf, ging der Asylbewerber zunächst ruhig in sein Zimmer. Kam dann aber zirka zwei Minuten später mit Schnitten im Gesicht, an den Händen und Armen wieder aus dem Raum.

Die Polizisten nahmen ihn fest und riefen einen Krankenwagen. In der Klinik wurde der Mann versorgt und vom Sozialpsychologischen Dienst begutachtet. Aufgrund der vorliegenden Selbst- und Fremdgefährdung entschied ein Richter, dass der Flüchtling in der geschlossenen forensisch-psychiatrischen Abteilung des Ochsenzoll Klinkums untergebracht wird. Die Psychatrie führt die hoheitliche Aufgabe des Maßregelvollzugs für Hamburg aus.

Medienbericht: Parallelen zum Messerstecher von Hamburg

Das Hamburger Abendblatt hatte zuvor berichtet, dass der Asylbewerber aktuell in Zusammenhang mit terroristischen Organisationen gebracht wird. Dem widerspricht der Sprecher der Polizei. „Uns wurde berichtet, dass der Mann ein Video gesehen habe, in dem einmal Allahu Akbar gerufen wurde.“ Es seien also weder IS-Flaggen noch Hinrichtungen im Bild gewesen. Es bestehe kein konkreter Verdacht. „Wir sind jetzt dennoch dabei, uns in Zusammenarbeit mit anderen Behörden ein umfassendes Bild von dem Mann zu machen.“ Aktuell sitze der Asylbewerber fest und stelle keine Gefahr da. 

Die Polizei wisse zudem um die Sensibilität dieser Thematik und das dieser Fall an den Messerangreifer von Hamburg-Barmbek erinnern könne. Doch es gebe keinen Anlass dafür, einen Zusammenhang zu sehen.

Der Flüchtling kam 2015 nach Deutschland und ist anerkannter Asylbewerber. Polizeilich bekannt ist er bereits aufgrund von Eigentums- und Gewaltdelikten.

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