Jamie Lee Curtis und Jafar Panahi : Filmfest Hamburg will neugierig auf fremde Kulturen machen

Die Schauspielerin und Produzentin Jamie Lee Curtis wird auf dem Filmfest Hamburg (27. September bis 6. Oktober) ihren neuen Film „Halloween“ präsentieren.

Die Schauspielerin und Produzentin Jamie Lee Curtis wird auf dem Filmfest Hamburg (27. September bis 6. Oktober) ihren neuen Film „Halloween“ präsentieren.

138 Filme aus 57 Ländern: Das Filmfest Hamburg zelebriert im Herbst wieder die Filmkunst aus aller Welt.

shz.de von
11. September 2018, 16:39 Uhr

Rückkehr nach 40 Jahren: Hollywood-Star Jamie Lee Curtis (59) wird auf dem Filmfest Hamburg (27. September bis 6. Oktober) ihren neuen Film „Halloween“ präsentieren. Das teilten die Veranstalter am Dienstag in Hamburg mit.

40 Jahre nach dem Horrorschocker „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (1978) von John Carpenter schlüpft die Schauspielerin erneut in die Rolle der Laurie Strode, die sie damals über Nacht berühmt machte und ihr den Spitznamen „Scream Queen“ einbrachte. Sie muss sich erneut dem irren Mörder Michael Myers stellen, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist.

Regie führt diesmal David Gordon Green, John Carpenter (70) ist als ausführender Produzent und als Komponist an Bord. Insgesamt sind auf dem Filmfest 138 Filme aus 57 Ländern zu sehen.

Isländische Komödie eröffnet das Filmfest

Eröffnet wird das Filmfest mit der isländischen Komödie „Gegen den Strom“ von Benedikt Erlingsson, Abschlussfilm ist das Biopic „Loro“ von Paolo Sorrentino über den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. „In Zeiten, in denen Rechtspopulisten auf dem Vormarsch sind, muss ein Filmfest ein Ort sein, der sich wehrt, vor allem, indem er kluge Fragen stellt“, sagte Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Douglas-Sirk-Preis für den iranischen Regisseur Jafar Panahi

Der iranische Regisseur Jafar Panahi, aufgenommen am 25.05.2010 nach seiner Freilassung in Teheran.
dpa

Der iranische Regisseur Jafar Panahi, aufgenommen am 25.05.2010 nach seiner Freilassung in Teheran.

 

Der Douglas-Sirk-Preis geht an den iranischen Regisseur Jafar Panahi, der seit 2001 einen festen Platz beim Filmfest hat. „Es ist also längst überfällig und in diesen Zeiten, in denen auf der ganzen Welt immer mehr systemkritische Künstler und Journalisten festgehalten, weggesperrt und an ihrer Arbeit gehindert werden, auch absolut notwendig, diesen mutigen Regisseur für sein künstlerisches Schaffen zu ehren“, sagte Wiederspiel. Da Jafar Panahi („Taxi Teheran“) 2010 zu einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt wurde, werde seine Tochter den Preis vor der Premiere seines neuen Films „Drei Gesichter“ entgegennehmen.

Talente finden, sie begleiten und fördern

„Festivals fördern Debatten, machen neugierig auf fremde Kulturen und zelebrieren die Kreativität der Künstler“, sagte Wiederspiel. Nur 30 von den 138 gezeigten Filmen hätten einen deutschen Verleih, alle anderen Filme seien nur auf dem Filmfest zu sehen. Mehr als ein Viertel des diesjährigen Programms sind Filme von Regisseuren, deren erste, zweite und dritte Filme bereits in den Vorjahren in Hamburg zu sehen waren und „deren künstlerische Entwicklung uns sehr am Herzen liegt“, so Wiederspiel. „Denn auch das ist die Aufgabe von Festivals: Talente finden, sie begleiten und fördern.“

Blick auf die koloniale Vergangenheit und Aufarbeitung von historischen Ereignissen

Ein Schwerpunkt sind in diesem Jahr Filme, die sich mit der Zeitgeschichte auseinandersetzen. Es geht um den Blick auf die koloniale Vergangenheit („To the Ends of the World“, Regie: Guillaume Nicloux, Frankreich; „The Raven and the Seagull“, Regie: Lasse Lau, Dänemark), um die Frage nach dem Wahrheitsgehalt von Bildern („Erased, Ascent of the Invisible“, Regie: Ghassan Halwani, Libanon) sowie um die Rezeption und Aufarbeitung von historischen Ereignissen („Another Day of Life“, Regie: Raùl de la Fuente, Damian Nenow, Polen, „Dead Souls“, Regie: Wang Bing, Frankreich, Schweiz; „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“, Regie: Roberta Grossman, USA).

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