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„Polenböller“ : Feuerwehr warnt per Facebook vor Billigböllern

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Hände weg von illegalen Feuerwerkskörpern! Die Hamburger Feuerwehr zeigt, was sonst den Händen passieren kann.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 17:07 Uhr

Hamburg |

+++WARNUNG VOR ILLEGALEM SILVESTERFEUERWERK++++++BITTE TEILEN+++Feuerwerkskörper sind ein nicht wegzudenkender...

Posted by Feuerwehr Hamburg on  Dienstag, 22. Dezember 2015

Gut eine Woche vor Silvester hat die Hamburger Feuerwehr eindringlich vor illegalen Feuerwerkskörpern gewarnt. Die sogenannten Polenböller könnten schwerste Verletzungen verursachen, erklärte Feuerwehrsprecher Werner Nölken am Dienstag. Auf dem Gelände der Feuerwache Harburg demonstrierte der Kampfmittelräumdienst die Wirkung eines solchen Knallers. Die Explosion zerfetzte die Hand einer lebensgroßen Puppe. Ein weiterer Böller riss eine Schweinepfote auf. „Alle Knochen, alle Sehnen liegen frei“, kommentierte Bombenentschärfer Michael Hein anschließend.

„Unser Appell ist wirklich, die Finger von illegalem Feuerwerk zu lassen“, betonte Hein. In Hamburg seien in den vergangenen Jahren zu Silvester immer mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. „Was wir feststellen, ist, dass die Schwere der Verletzungen zunimmt“, sagte Nölken.

Hein zeigte Beispiele illegaler Böller, einer an einem Ende purpur gefärbt, der andere mit dem schwarzen Aufdruck „Achtung“. Sie sind kleiner und sehen harmloser aus als die vom Bundesamt für Materialforschung (BAM) zugelassenen Feuerwerkskörper. „Das führt auch in die Irre“, sagte Hein. „Polenböller“ enthielten einen ganz anderen Sprengstoff als die legalen Knaller, die mit einer Mischung aus Schwarzpulver und Asche gefüllt sind. Sie entwickelten bei der Explosion hohe Temperaturen, eine extrem große Druckwelle und mitunter eine starke Splitterwirkung. Während zugelassene Feuerwerkskörper eine Pappummantelung haben, die die Energie schnell verpuffen lässt, könnten verbotene Böller auch gefährliche Betonteile enthalten.

Ob die Lunte die vorgeschriebenen drei bis fünf Sekunden brenne, sei ebenfalls unklar. Der Kampfmittelräumdienst brachte die illegalen Böller darum mit einer Elektrozündung zur Explosion. Die Feuerwehr selbst darf diese Art von Pyrotechnik nicht erwerben oder zünden, so streng ist das Verbot in Deutschland. Der Kampfmittelräumdienst hatte sich für die Demonstration einige beschlagnahmte Böller vom Zoll kommen lassen.

In Polen und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern seien diese gefährlichen Knaller erlaubt, das ganze Jahr über, wie Feuerwehrsprecher Martin Schneider sagte. Er und sein Kollege Nölken appellierten an die Bürger, auch beim legalen Feuerwerk auf die Sicherheitsregeln zu achten. Vor dem Silvesterfeuerwerk sollten die Bürger Türen, Fenster und Garagen schließen, um Brände durch fehlgeleitete Raketen zu verhindern. Zünden sollte man nur Knallkörper mit aufgedruckter BAM-Nummer und Anleitung.

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