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Angezündeter Kinderwagen : Feuerdrama in Hamburg: Die Frage nach dem Warum

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Eine Mutter und ihre zwei Kinder sterben im Rauch, weil ein 13-Jähriger einen Kinderwagen im Hausflur anzündet. Jetzt spricht der behandelnde Arzt und sagt: „Dem Jungen waren die Folgen seines Handelns nicht klar.“

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erstellt am 10.Feb.2014 | 10:46 Uhr

Hamburg | Hamburg fragt sich, warum der inzwischen festgenommene 13-Jährige einen Kinderwagen anzündete und damit das Leben einer Mutter und ihrer Kinder auslöschte. Laut eines Medienberichtes wendete sich der leitende Arzt des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort, nun an die Öffentlichkeit. Der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie machte deutlich, dass dem 13-jährigen Jungen die Folgen seines Handelns nicht klar waren. Demnach war seine Tat:

  • nicht politisch oder persönlich motiviert war. Der Junge kannte weder das Haus noch seine Bewohner.
  • nicht aus reiner Lust am Zündeln passierte. Der 13-Jährige ist kein notorischer Brandstifter. Als Mitglied der Jugendfeuerwehr war ihm das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft wichtig.
  • aus einem ungerichteten aggressiven Impuls heraus entstand, der nicht vorhersehbar war. Die Folgen seines Handelns waren ihm nicht klar. Das Haus anzünden wollte er nicht.

Der 13-Jährige wird nun behandelt, um mit der schweren Schuld weiterleben zu können. 650 Hamburger gedachten am Samstag bei einem Trauermarsch der toten Mutter und ihrer beiden Söhne, die am vergangenen Mittwoch bei dem Hausbrand in Hamburg ums Leben kamen. Für die Mutter und ihre zwei Jungen kam jede Hilfe zu spät: Sie wurden tot in der Dachgeschosswohnung im vierten Stock entdeckt. Nach Feuerwehrangaben führten die heißen Rauchgase zu Verbrennungen – und dazu, dass die Familie erstickte.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft wird indes keine Anklage gegen den 13-Jährigen erheben. Der Junge ist nicht strafmündig und ist somit auch nicht strafrechtlich zu belangen, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Einen Antrag auf Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie wird es von den Behörden nicht geben.

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