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Ersatz für Hamburg-Altona : Fernbahnhof Diebsteich wird „Landmarke“ für den Stadtteil

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Die Hansestadt hat sich für eine ansehnlichere und komfortablere Lösung eingesetzt. Die Kosten: 300 Millionen Euro.

Hamburg | Nein danke, eine „Hundehütte“ wollten sie nicht haben. So empörten sich Hamburgs Politiker, als sie erste Pläne der Deutschen Bahn für den neuen Fernbahnhof in Diebsteich zu Gesicht bekamen. Der Staatskonzern wollte lediglich einen preisgünstigen Funktionsbau spendieren - ohne Empfangshalle, ohne Hallendach, alles in allem keine Schönheit. In zähen Verhandlungen hat die Hansestadt nun eine ansehnlichere und komfortablere Lösung durchgesetzt - doch das hat seinen Preis.

Der Neubau samt ICE-Halt soll ab 2024 den Fernbahnhof in Altona ersetzen. Die Bahn möchte den bisherigen Kopfbahnhof loswerden und zwei Kilometer weiter nördlich am bisherigen S-Bahnhaltepunkt eine Durchgangsstation mit sechs Fern- und zwei S-Bahngleisen schaffen. Kostenpunkt: 300 Millionen Euro. In Altona verbleibt lediglich der unterirdische S-Bahnhof (neuer Name: „Altona-Mitte“). Freiwerdende Gleisflächen werden Teil der Neuen Mitte Altona, einem Neubaustadtteil für fast 10.000 Menschen.

Einzelheiten zum Ersatzbahnhof hat Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) jetzt im Fachausschuss der Bürgerschaft genannt. Demnach sollen Bahnhof und Rahmenbebauung zur „Landmarke“ für den Stadtteil an der Nahstelle zwischen Altona und Einsbüttel werden. Die Senatorin versprach: „Wir schaffen einen attraktiven Verkehrsknotenpunkt.“ So erhält der Neubahnhof (Name: „Hamburg-Altona“) doch eine „großzügige Empfangshalle“ von mindestens 12,50 Metern Höhe. Für die Dächer über den Bahnsteigen sind nun auch edlere Modelle der Hamburger Architekten Gerkan Marg Partner (Gump) vorgesehen, die zudem deutlich länger ausfallen, als von der Bahn geplant. Auch zusätzliche Zugänge soll es geben. Nicht durchsetzen konnte der Senat dagegen den Wunsch, ein großes Hallendach über alles zu spannen. Die zusätzlichen Kosten von 36 Millionen Euro wollte Hamburg nicht bezahlen.

Aber auch so könnten die Nachbesserungen den Stadthaushalt belasten, die Mehrkosten für Empfangshalle, Bahnsteigdächer und Co. summieren sich auf 15 Millionen Euro. Springt nicht der Bund ein, so wird die Bahn den Betrag über erhöhte Stationsgebühren auf Hamburg abwälzen, wie der Leiter des Verkehrsamtes, Martin Huber, erläuterte.

Auffälligstes Merkmal des Neubaus wird die Randbebauung, für die gerade die Suche nach einem privaten Investor läuft. Dieser soll unter anderem links und rechts des Empfangsgebäudes zwei Hochhäuser mit bis zu 20 Stockwerken für ein Hotel und Büros errichten; dazu muss es einen internationalen Architektenwettbewerb geben. Weniger attraktiv dürften die sechs Meter hohen Lärmschutzwände ausfallen, die den Bahnhof flankieren werden.

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erstellt am 12.Mai.2017 | 18:46 Uhr

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