Hamburg : FDP-Streit 2.0: Canel äußert sich auf Facebook

Eigentlich sollte nun wieder Frieden in der Hamburger FDP herrschen. Im Streit zwischen Parteichefin Canel und der Fraktionsvorsitzenden Suding hatte Bundeschef Lindner einen Burgfrieden vermittelt. Doch nun meldet sich Canel neu zu Wort – über Facebook.

shz.de von
15. Juni 2014, 13:15 Uhr

Hamburg | Der seit Wochen tobende Führungsstreit in der Hamburger FDP zwischen Fraktionschefin Katja Suding und Parteichefin Sylvia Canel ist in eine neue Runde gegangen. Canel veröffentlichte am Wochenende auf ihrer Facebook-Seite eine Stellungnahme, in der sie ihre Verärgerung deutlich macht. Sie postete auch einen E-Mail-Wechsel mit Suding. Darin wirft sie der 38-Jährigen vor, nicht auf Gesprächsangebote eingegangen zu sein. Canel zeigte sich auch verärgert, dass eine „an mich persönlich geschriebene Mail“ sich vermutlich schon bei einer Boulevard-Zeitung befunden habe, als sie diese erhielt.Canel spricht in einer der veröffentlichten Mails von einem immensen öffentlichen Schaden, der durch Sudings Äußerungen entstanden sei.

Zugleich betonte sie in der Mail, dass ihre Hand ausgestreckt bleibe. „Ich führe keinen Krieg und bin kein Teil eines sogenannten ,Streits'.“ 

FDP-Fraktionssprecher Alexander Luckow erklärte am Sonntag zu dem Vorgehen Canels: „Facebook-Einträge kommentieren wir nicht.“ Es gebe einen Landesvorstandsbeschluss, an den sich die Partei halte. Am Pfingstwochenende hatte der Bundesvorsitzende Christian Lindner im Streit zwischen Parteichefin Canel und der Fraktionsvorsitzenden Suding vermittelt. Suding wurde zur Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl 2015 nominiert.

Suding wiederum hatte am Wochenende erklärt, der Führungsstreit in der Hamburger FDP sei „definitiv vorbei“. „Wir haben das geklärt und einen sehr guten Kompromiss gefunden“, sagte sie vor dem Facebook-Posting Canels.

Canel ihrerseits sagte am Sonntag: „Ich finde es richtig, dass Frau Suding einen Streit, den Sie selbst öffentlich initiiert hat, auch selbst für beendet erklärt. Meine Bereitschaft auf eine Kandidatur auf den Plätzen nach Katja Suding zu verzichten habe ich davon abhängig gemacht, dass die Pressekampagne und die Verleumdungen gegen mich aufhören.“ Das „Suding Lager“ solle auch seine Blockadehaltung aufgeben und sich aktiv einbringen. Dafür fehlten bisher erkennbare Zeichen.

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