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Studie über HH : Familien leben in Hamburg besser als im Speckgürtel

vom

Die Großstadt trumpfe mit Kinderbetreuung, Freizeit- und Bildungsangeboten auf, sagt eine Studie.

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 15:53 Uhr

Hamburg | „Kinder haben es im Randgebiet von Großstädten besser als mittendrin“, diese Annahme scheint angesichts der Grünflächen, mehr Platz zum Spielen und des geringeren Verkehrs logisch. In der Regel herrschen auch die besseren Verhältnisse für Familien im Speckgürtel, nur in Hamburg sei das anders. Das berichtet das Hamburger Abendblatt am Dienstag unter Berufung auf eine Studie von „Betreut.de“.

Angesichts hoher Miet- und Immobilienpreise überlegen viele Familien, in Randgebiete Hamburgs oder das Umland umzuziehen.

„Die Frage, ob Familien mit Kindern in Vororten bessere Bedingungen vorfinden als in Großstädten, ist nicht so einfach zu beantworten“, leiten die Autoren ein. Denn: Jede Region ist anders. Wenn alle Kategorien der Studie gegeneinander abgewogen werden, entscheiden nur wenige Prozente darüber, ob Vororte oder Großstädte in Sachen Familienfreundlichkeit gewinnen.

In der Studie wurde Hamburg mit den Vororten Norderstedt, Oststeinbek, Seevetal, Schenefeld, Barsbüttel, Bönningstedt, Halstenbek, Rosengarten, Glinde und Stelle verglichen.

Ergebnisse der Studie:

Kategorie Hamburg Vororte Differenz
Wohnverhältnisse im Nachteil im Vorteil 24 Prozent
Kinderbetreuung im Vorteil im Nachteil 31 Prozent
Wohnqualität im Vorteil im Nachteil 12 Prozent
Freizeit im Vorteil im Nachteil 30 Prozent
Sicherheit im Nachteil im Vorteil 20 Prozent
Gesamt im Vorteil im Nachteil 6 Prozent

 

Die größere Auswahl an Betreuungsangeboten in Hamburg von öffentlichen und privaten Einrichtungen sei ausschlaggebend für das Ergebnis. Der Wert wurde ermittelt, indem die Anzahl der genehmigten Plätze in Tageseinrichtungen, wie etwa Kitas und Horten für Kinder bis 14 Jahren und die Anzahl privater Kinderbetreuer in Relation mit der Anzahl der Kinder pro Stadt gesetzt wurde. Je geringer die Anzahl der Kinder pro Betreuungsanbieter, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern ihre Kinder in der gewünschten Betreuung auch tatsächlich und schnell unterbringen können. So die Annahme der Autoren.

Für eine gute Schulqualität in einer Stadt würden möglichst wenig Schulabgänger ohne Abschluss, eine Vielzahl an Abiturienten, eine hohe Anzahl an Schülern, die es nach der Grundschule aufs Gymnasium geschafft haben sprechen. Anhand dieser Kriterien wird in der Studie geschlossen: „Auch die Schulqualität kann in der Hamburger City als besser beurteilt werden.“

Denn die Statistik zeige, es gebe in Hamburg prozentual mehr Schüler, die es nach der Grundschule direkt aufs Gymnasium schaffen, mehr Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife und weniger Klassenwiederholungen. Allerdings ist die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss in den Vororten geringer. Angaben über die Qualität der Schulen und der Abschlüsse im Untersuchungsgebiet werden jedoch nicht gemacht.

Um Werte in der Kategorie „Freizeit“ zu ermitteln, bezogen die Forscher die öffentlichen Spielmöglichkeiten, wie Spiel-, Ball- und Skateplätze, Schwimmbäder und Strandbäder, Kinos und Sportvereine ein. Die einzelnen Werte setzten sie ins Verhältnis mit der Anzahl der Kinder pro Stadt. Dadruch erhält Hamburg den Pluspunkt.

Auch die Wartezeit beim Kinderarzt sei in der Hansestadt vergleichsweise gering. Dies machen die Autoren der Studie daran fest, dass auf ein Kind in Hamburg prozentual mehr Ärzte kommen. Wie viele Kinder aus dem Umland möglicherweise zum Kinderarzt in den Großstadt gehen, wurde in die Studie nicht miteinbezogen.

In der Kategorie Sicherheit haben die Vorstädte die Nase vorne. Das Ergebnis der Studie basiert hier auf die Anzahl begangener Straftaten im Jahr 2016 und die Statistik der Straßenverkehrsunfälle. Ins Verhältnis zueinander gesetzt haben die Forscher die Zahlen, indem sie die Straftaten und Unfälle durch die Gesamteinwohnerzahl der einzelnen Städte teilten.

Für die Studie wurden insgesamt zehn Großstädte mit ihren Vororten verglichen: Berlin, Köln, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Leipzig.

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