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Trickbetrüger : Falsche Polizisten am Telefon – immer mehr Betrugsfälle in Hamburg

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Die Zahl der Täter steigt. 2017 zählt die Polizei bereits mehr als 1500 Fälle.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 08:54 Uhr

Hamburg | In Hamburg geben sich immer häufiger Gauner am Telefon als Polizisten aus, um Menschen um ihr Geld zu bringen. In diesem Jahr zählte die Polizei nach eigenen Angaben schon mehr als 1500 derartiger Betrugsversuche - weit mehr als im vergangenen Jahr, als über 600 versuchte Telefonbetrügereien falscher Polizisten registriert worden waren. Die Fallzahlen seien immens angestiegen, sagte ein Polizeisprecher.

„Glücklicherweise gelangen die Täter aber nur in wenigen Fällen zum Erfolg.“ Die Betrüger nutzen dabei häufig die Angst der Menschen aus: Sie warnen vor vermeintlichen Einbrüchen und schicken dann einen falschen Polizisten vorbei, der die Wertsachen des Opfers abholt. Mindestens 20 Menschen wurden in Hamburg in diesem Jahr bereits Opfer derartiger Gaunereien. Der entstandene Schaden: rund 600.000 Euro.

Nach Angaben einer Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA) wird nur jeder fünfte bis siebte Fall angezeigt. Viele Opfer schämten, dass sie auf die Masche reingefallen sind, sagte sie. Die Täter agieren dabei deutschlandweit, wie es beim BKA in Wiesbaden heißt. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden von Januar bis März mindestens knapp 1200 Fälle gemeldet - fast doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor.

In Baden-Württemberg weiß das LKA von mehr als 1000 Fällen bis Ende August - im gesamten vergangenen Jahr waren es 225. Ähnlich sieht es in Rheinland-Pfalz aus. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Betrugsmasche laut LKA nach dem „Enkeltrick“ die zweithäufigste Form von Trickstraftaten.

Menschen, die bereits Opfer eines Telefonbetrugs geworden sind, können laut BKA von den Täter noch einmal ins Visier genommen werden.

Falsche Polizisten oder Staatsanwälte würden anrufen und behaupten, dass sich die Menschen durch die Erstzahlung strafbar gemacht hätten und ein angeblich eingeleitetes Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abwendbar sei.

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