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Prozess in Hamburg : Fall Yagmur: Anklage und Verteidigung gehen in Revision

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Die Mutter wurde wegen Mordes verurteilt. Die Anklage will, dass sie auch nach 15 Jahren nicht entlassen werden kann.

Hamburg | Im Fall Yagmur fechten sowohl die Anklage als auch die Verteidigung das Urteil gegen die Mutter des zu Tode gequälten Mädchens an. Das Landgericht hatte die 27-Jährige am Dienstag zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft teilte am Freitag mit, Ziel einer Revision sei, dass das Oberlandesgericht die besondere Schwere der Schuld feststelle. Auch die Verteidigung kündigte Revision an.

Die dreijährige Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Wohnung ihrer Eltern an den Folgen schwerer Misshandlungen durch die Mutter gestorben. Der 26 Jahre alte Vater wusste nach Ansicht der Richter von den Misshandlungen, habe diese aber nicht gestoppt.

Das Mädchen wurde seit seiner Geburt von Jugendämtern betreut, die wegen Fehlern und Versäumnissen in der Kritik stehen. Genau ein Jahr nach Yagmurs Tod will ein Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft am 18. Dezember seinen Abschlussbericht vorlegen. Die Anklage hatte bereits im Prozess beantragt, im Fall der Mutter die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit wäre eine Entlassung nach der Mindesthaftzeit von 15 Jahren ausgeschlossen.

Dagegen will die Staatsanwaltschaft das Urteil gegen den Vater nicht anfechten. Der Mann war zu viereinhalb Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen verurteilt worden. Hier war auf sechs Jahre Haft plädiert worden. Die Verteidigung des 26-Jährigen will erst Anfang kommender Woche über eine Revision entscheiden. Sie hatte „höchstens eine Bewährungsstrafe“ beantragt.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 12:54 Uhr

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