S21 in Hamburg-Diebsteich : Fahrgäste in S-Bahn überwältigen Mann nach Messerattacke

Bundespolizisten stellten dieses Einhandmesser bei dem 22-Jährigen sicher.
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Bundespolizisten stellten dieses Einhandmesser bei dem 22-Jährigen sicher.

Ein Mann zerkratzt Fenster in einer S-Bahn. Als ihn Fahrgäste ansprechen, bedroht der 22-Jährige sie mit einem Messer. Als er einen Fahrgast verletzt, schreiten Zeugen ein.

shz.de von
19. Juli 2015, 16:41 Uhr

Hamburg | Am späten Freitagabend gegen 23.50 konnten mehrere Fahrgäste in der S-Bahn der Linie 21 in Hamburg-Diebsteich einen Mann überwältigen und entwaffnen, der zuvor mehrere Fenster der S-Bahn mit einem Messer zerkratzte. Der offensichtlich angetrunkene 22-Jährige beschimpfte dabei auch einen 37-jährigen Fahrgast und einen weiteren Mann (29), die in einer Sitzgruppe saßen. Als diese ihn auf sein Fehlverhalten aufmerksam machen, zog der 22-Jährige ein Messer und bedrohte die beiden Männer.

Laut Zeugenaussagen fuchtelte der Mann im weiteren Verlauf mit dem Messer herum und verletzte einen 29-jährigen Fahrgast mit dem Messer an der Stirn und am Oberarm. Sofort brachten mehrere Fahrgäste (darunter auch die beiden Männer aus der Sitzgruppe) den 22-Jährigen unter erheblichen Widerstand zu Boden und entwaffneten ihn. Der Hamburger wurde bis zum Eintreffen mehrerer Streifenwagen der Bundes-und Landespolizei durch die Helfer festgehalten.

Die eintreffenden Beamten nahmen den polizeilich bekannten Beschuldigten fest. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,43 Promille. Gegen den 22-Jährigen leiteten Bundespolizisten entsprechende Strafverfahren (gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstoß Waffengesetz) ein. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann entlassen. Das Einhandmesser wurde sichergestellt.

Das 29-Jährige Opfer aus Hamburg-Allermöhe erlitt Schnitt- und Stichverletzungen. Er musste in ein Krankenhaus gebracht und operiert werden.

Trotz der gezeigten Zivilcourage mahnt die Polizei, sich nicht selbst zu gefährden. Wer helfen möchte, der sollte Nothilfeeinrichtungen in den S-Bahnen oder auf dem Bahnsteig nutzen oder gegebenenfalls auch über das Handy umgehend die Polizei anrufen. Wichtig sei, sich wichtige Personenmerkmale zu merken, die für die Ergreifung eines Täters wichtig sind.

Die sechs Regeln der Zivilcourage:

1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen
2. Ich fordere andere Reisende aktiv und direkt zur Mithilfe auf
3. Ich präge mir Täter-Merkmale genau ein (Zeugenkarte Bundespolizei)
4. Ich organisiere polizeiliche Hilfe unter Notruf 110 oder über Notrufsäulen am Bahnsteig und Notrufanlagen in den S-Bahnen
5. Ich kümmere mich ggf. um Opfer
6. Ich stelle mich der Polizei als Zeuge zur Verfügung.

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