Hamburg Veddel : Explosion am S-Bahnhof: Angeklagter hatte Kontakte zu rechter Szene

Dem 52-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, auf dem Bahnsteig eine Plastiktüte mit zwei pyrotechnischen Sprengkörpern und Montageschrauben gezündet zu haben.

Dem 52-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, auf dem Bahnsteig eine Plastiktüte mit zwei pyrotechnischen Sprengkörpern und Montageschrauben gezündet zu haben.

Eine Zeugin sagte am Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht aus und gab an, dass der 52-Jährige gerne Hitler imitierte.

shz.de von
09. August 2018, 13:44 Uhr

Hamburg | Der Angeklagte im Prozess um eine gefährliche Böllerexplosion auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel bewegte sich nach Angaben einer Zeugin früher in der rechtsextremistischen Szene. Er habe mit ihr Rechtsrock-Konzerte besucht, gerne Hitler imitiert und für die gemeinsamen Kinder eine Waffenausbildung gefordert, erklärte die Ex-Freundin des 52-jährigen Deutschen am Donnerstag vor der Strafkammer am Landgericht. „Er hat ihnen Flausen in den Kopf gesetzt, sie müssten Dienst an der Waffe leisten.“ Vor der Tat am 17. Dezember 2017 habe er gedroht, „eine Bombe platzen zu lassen“. Was der Angeklagte damit genau gemeint habe, blieb unklar.

Der Angeklagte muss sich für seineTaten seit Donnerstag vor Gericht verantworten.
dpa

Der Angeklagte muss sich für seine Taten seit Donnerstag vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen versuchten Mord vor. Zur Last gelegt werden ihm außerdem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung. Er soll eine Plastiktüte mit 73 Schrauben und zwei pyrotechnischen Sprengkörpern auf dem Bahnsteig abgestellt und nach dem Einfahren einer S-Bahn gezündet haben. Der Feuerball verfehlte einen Passanten nur knapp. Ein Fahrgast im Türbereich der S-Bahn erlitt ein Knalltrauma. Die Scheibe eines Windschutzes ging zu Bruch.

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