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Die Bundesliga-Kolumne : Existenz-Kampf, Personal-Planung, Meister-Vorführung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mutlos, müde, ideenlos wirkt der HSV, verzweifelt der Trainer: Die Mannschaft von Mirko Slomka scheint sich bereit zu machen für den Abstieg. Eine Kolumne von Jürgen Muhl.

Jetzt wird die Lage präker: Mutlos, müde, ideenlos. Bereit für den Abstieg. So präsentierte sich der HSV in Hannover. Mirko Slomka wirkte verzweifelt nach der desolaten Leistung seiner Mannschaft. Wort- und grußlos verabschiedete er sich aus seiner Heimatstadt. Wären personelle Alternativen vorhanden, müsste er die von Sportchef Oliver Kreuzer verpflichteten Profis Zoua und John sofort und auf eigene Reisekosten nach Hause schicken. Beide haben kein Bundesliga-Format. Dazu fehlt auch Rafael van der Vaart die Lust auf Abstiegskampf. Ein Verkauf in der Sommerpause bahnt sich an. Die Gehaltskosten von 3,5 Millionen Euro stehen in keinem Verhältnis zur Leistung. Der für van der Vaart zur Halbzeit eingewechselte und aus dem U-23-Kader in den Profikader beförderte Maggio kam in 45 Minuten nur einmal an den Ball. Was ihn aber schon in Schwierigkeiten brachte. Mit dem Ausfall von Lasogga, dessen Zukunft weiter ungeklärt ist, werden die Sorgen im Existenzkampf noch größer. Sollten die Hamburger nach dem letzten Spieltag am 10. Mai Drittletzter sein und auf dem Relegationsplatz stehen, bliebe eine Chance in zwei Entscheidungsspielen gegen den Dritten aus Liga zwei. Mehr ist wohl nicht drin in diesem Existenzkampf, der nicht von allen hochbezahlten spielenden Akteuren angenommen wird.

Neue Namen im Handel: Hinter den Kulissen des krisengeschüttelten Hamburger Sport-Vereins wird eine bessere Zukunft vorbereitet. Die neue Fußball-AG HSV. Die Initiative HSVPlus verhandelt mit namhaften Persönlichkeiten innerhalb und auch außerhalb der Hansestadt, die auf der Mitgliederversammlung am 25. Mai in den sechsköpfigen Aufsichtsrat gewählt werden sollen. Die im harten Bundesliga-Geschäft überforderte Rechtsform eines eingetragenen Vereins soll eine Aktiengesellschaft werden, die professionelle Grundlagen schafft. Milliardär Klaus-Michael Kühne ist bei erfolgreicher Umsetzung bereit, mit vielen Millionen zu helfen. Auch im Falle eines Abstiegs. Dem Vernehmen nach wünscht man sich Dietmar Beiersdorfer auf den Stuhl des Sportchefs zurück. Der heute bei Zenit St. Petersburg tätige Ex-Profi hatte von 2002 bis 2009 gute Arbeit beim HSV geleistet, wurde jedoch vom damaligen Vereinschef Bernd Hoffmann entlassen. Woraufhin diese Position über ein Jahr unbesetzt blieb, bis der Däne Frank Arnesen kam. Und der Abstieg begann.

Funktionierende Liga: Die Bundesliga sei vorbei, hatte Pep Guardiola die erste Saisonniederlage in Augsburg kommentiert. Nein, die Bundesliga ist nicht vorbei, wie Borussia Dortmund es überzeugend auf bayerischem Boden zelebrierte. Donnerwetter, Borussia. Erst die famose Leistung gegen Real Madrid, dann dieses Top-Spiel nach dem Pech-Abend gegen die Madrilenen. Es war eine meisterliche Vorführung der Gelb-Schwarzen gegen die A-Mannschaft des Rekordmeisters. Die Bundesliga lebt und bebt, auch wenn die Bayern an dem Wettbewerb nicht mehr so recht teilnehmen wollen. Der Sieg des BVB macht auch Hoffnung auf ein erneutes Duell der beiden Giganten im DFB-Pokalfinale am 19. Mai.

Sollte der Meister über eine Fortsetzung seiner passiven Rolle nachdenken, wäre es angebracht, daran bis zum 3. Mai festhalten. Dann nämlich gastieren die Bayern beim HSV.

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