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Baustelle am Spielbudenplatz : Esso-Initiative: Werbung an Bauzaun sorgt für Ärger

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Ein mächtiger Bauzaun am Spielbudenplatz empört Anwohner. Sie wollen bei der Gestaltung mitreden. Streetart von Künstlern und große Werbeflächen sind für die rund 700 Quadratmeter große Fläche angedacht.

Hamburg | Die Esso-Häuser auf St. Pauli sind längst weg, doch der Ärger rund um die abgerissenen Kiezbauten will kein Ende nehmen. Die Anwohner-Initiative reagiert empört auf Errichtung und Gestaltung eines mächtigen Bauzauns, der das Gelände am Spielbudenplatz von Blicken und Überkletterern abschirmt. Christoph Roggon von der Esso-Initiative: „Sowohl die Dimensionen dieses Zauns gehören grundlegend überdacht als auch die Nutzung seiner Fläche.“ Und dabei müssten die St. Paulianer mitreden dürfen. „Es ist eine Angelegenheit des Stadtteils, wie der Zaun bespielt wird.“

Die Anwohner stören sich vor allem an der beabsichtigten Werbung auf der Konstruktion aus Holz und Planen. Gerade haben Künstler für das Reeperbahn-Festival etwa 500 Quadratmeter des Bauzauns mit drei großen Streetart-Gemälden versehen. Rechts und links davon will der Grundstückseigentümer, die Bayerische Hausbau, noch jeweils 100 Quadratmeter Werbung anbringen; auch zur Taubenstraße hin sollen 100 Quadratmeter der Abtrennung zur Reklamefläche werden. Damit werde die Wand selbst und deren künstlerische Gestaltung refinanziert, sagt Bernd Taubenberger, Sprecher des Eigentümers.

Die Initiative spricht von „Artwashing“. Der Investor profitiere durch lukrative Werbeeinnahmen und erhoffe sich wohl auch eine Imageverbesserung durch die Kunstwerke. Stutzig macht die Anwohner auch das frühe Aufstellen des Zauns, obwohl die Neubebauung voraussichtlich nicht vor 2017 beginnen werde. Dem Bezirk gehe es offensichtlich darum, „die Brache und den politischen Konflikt um das Esso-Areal verschwinden zu lassen“. Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) weist die Kritik zurück und freut sich über das sichtbare Ergebnis der Kunstaktion. „Dass wir so eine riesige Fläche an so einer prominenten Fläche für Streetart bekommen haben, ist einmalig.“

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erstellt am 18.Sep.2014 | 19:10 Uhr

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