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Reeperbahn Hamburg : „Esso-Häuser“: Wohnungen werden ab Dienstag geräumt

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Mitte Dezember mussten die Bewohner der Hamburger „Esso-Häuser“ mitten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen - Einsturzgefahr. Noch haben nicht alle eine neue Bleibe gefunden. Kommende Woche sollen die Wohnungen geräumt werden.

Hamburg | Drei Wochen nach der Evakuierung der einsturzgefährdeten „Esso-Häuser“ auf der Hamburger Reeperbahn sollen die Wohnungen von Dienstag an leergeräumt werden. „Der Hausstand ist noch in den Wohnungen“, sagte der Sprecher des Eigentümers Bayerische Hausbau, Bernhard Taubenberger. Am Montagmorgen soll es noch einmal eine Begehung der Gebäude geben. Erst danach soll nach Angaben der Bayerischen Hausbau vom Freitag entschieden werden, wie schnell der Umzug passieren muss.

Die Mieter dürften ihre Möbel und Umzugskartons nur mit Hilfe einer Spedition aus den Häusern holen, erklärte Taubenberger. 75 Wohnungen müssen noch ausgeräumt werden, 19 Wohnungen standen bereits vor der Räumung leer. 15 der 80 Mietparteien haben schon Ersatzwohnungen bezogen. Das Bezirksamt Mitte geht davon aus, dass im Januar und Februar weitere 20 Parteien in andere Wohnungen ziehen werden. Die Behörde rechnet damit, dass der vom Eigentümer beantragte Abbruch noch im Januar genehmigt werden und dann rasch erfolgen kann.

Die rund 100 Mieter waren zunächst bei Verwandten, Freunden oder in Hotels untergekommen. „Es ist jeder gut untergebracht“, betonte Taubenberger. Das Bezirksamt hatte an die Hamburger Wohnungswirtschaft und Eigentümer appelliert, so viele Ersatzwohnungen wie möglich anzubieten. Bei einer „Solidaritätsaktion“ seien viele Wohnungsangebote eingegangen, berichtete Taubenberger und versprach: „Jeder bekommt ein Angebot.“ 

Bevorzugt würden aber zunächst die Bewohner mit einem unbefristeten Mietvertrag. Viele Hausbewohner wünschten sich, im Stadtteil St. Pauli zu bleiben - angesichts des angespannten Wohnungsmarktes sei das aber schwierig, sagte Taubenberger. Die Möbel der Mieter, die noch kein neues Quartier gefunden haben, werden zwischengelagert. Die Kosten trägt die Bayerische Hausbau.

Auf Anordnung des Bezirksamtes sind die Häuser direkt an einer „Esso“-Tankstelle bei der Reeperbahn gesperrt. Sie waren in der Nacht zum 15. Dezember evakuiert worden. Bewohner hatten von wackelnden Wänden berichtet. Geplant ist seit längerem, dass die Häuser 2014 abgerissen werden und einem Neubau auf dem Gelände weichen. Gegen Luxussanierungen in traditionsreichen Hamburger Wohnvierteln gab es in der Vergangenheit immer wieder Proteste.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 12:15 Uhr

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