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Reeperbahn in Hamburg : „Esso-Häuser“: Das wird am Spielbudenplatz gebaut

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Der Wettbewerb für die Bebauung des „Esso-Häuser“-Areals an der Reeperbahn in Hamburg ist entschieden. Die Sieger kommen aus Amsterdam und Köln.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 18:11 Uhr

Hamburg | Der sagenumwobene „St. Pauli Code“ - so sieht er also aus: Der Bezirk Mitte und Investor Bayerische Hausbau haben gestern die Sieger-Architekten für die Neubebauung des Esso-Häuser-Areals präsentiert. Der gemeinsame Entwurf von NL Architects (Amsterdam) und BeL (Köln) sieht für das Filetstück am Spielbudenplatz ein Ensemble mit etlichen Bausteinen vor – vom zwölfstöckigen Hotel, über Musikclubs bis zu 250 Wohnungen, 60 Prozent davon preisgünstig. „Wir freuen uns sehr, dass der Entwurf, der den St. Pauli Code am besten umsetzt, gewonnen hat“, sagte Christiane Hollander, Jury-Mitglied für „Mieter helfen Mietern“. Das Gremium kürte den Entwurf von NL/BeL einstimmig zum Gewinner.

Die Esso-Häuser und die Tankstelle waren vor anderthalb Jahren abgerissen worden. Ursprünglich wollte die Bayerische Hausbau dort hochpreisige Apartments, Büros und Läden errichten – doch der Stadtteil legte sich quer. Schließlich rauften sich Politik, Eigentümer und Bürgerinitiativen zusammen und vereinbarten eine Bauplanung - unter größtmöglicher Beteiligung der Anwohner und deren Interessen.

Die „Planbude“ sammelte mehr als 2000 Vorschläge für die neuen Esso-Häuser, stimmte diese mit dem Investor und dem Bezirk ab – geboren war der „St. Pauli Code“, ein kleinteiliger Mix aus Wohnen, Kleingewerbe, Unterhaltung und öffentlichen Bereichen. Die Vorgaben waren Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb. „Auf das Projekt Esso-Grundstück schaut man inzwischen in ganz Europa“, hieß es vom niederländischen Wettbewerbssieger NL. Bezirk-Mitte-Chef Andy Grote (SPD) lobte die Umsetzung: „Das wird kein großer, massiver Komplex, sondern ein Pauli-typisches, unglaublich spannendes Quartier.“ Auch Bernd Taubenberger von der Bayerischen Haubau war zufrieden: „Der Entwurf setzt sowohl den ,St. Pauli Code' um, als er die Ansprüche an die Wirtschaftlichkeit der Neubebauung erfüllt.“

Entstehen werden etwa ein Dutzend Baukörper unterschiedlicher Höhe. Zum Spielbudenplatz hin wird es neben dem Hotel (180 Zimmer) einen Gewerberiegel geben, in den unter anderem diverse Clubs einziehen, darunter das ausgelagerte „Molotow“. Davor verläuft ein breiter „Promenaden-Balkon“ für Reeperbahn-Flaneure.

Auf der gesamten Länge durchschneidet eine Gasse das Quartier vom Spielbudenplatz bis zur Kastanienallee. Diese „Twiete“ wird von kleinen Läden, Kaschemmen und Cafés gesäumt sein. Für die Dächer schlagen die Architekten regelrechte Landschaften mit öffentlichen Funktionen vor: Skateboardbahn, Riesen-Kletterwand am Hotelturm, Basketballfeld, Kinderspielplatz sowie Platz für öffentliches Gärtnern. Auf einem der Dächer soll auch ein „Urwald“ sprießen. Wie ein klassischer Häuserblock umschließen die Häuser einen ruhigen Innenhof.

Weitere Bausteine sind ein kleines Hostel (24 Zimmer), Läden für die Nahversorgung, ein St. Pauli-Museum sowie eine kleine Plaza zur Kastanienallee hin. Sie soll die Dorfplatz-Funktion der früheren Esso-Tankstelle übernehmen.

Laut Bezirk folgt noch ein hochbaulicher Wettbewerb zur genauen Ausgestaltung der Gebäude. Im Idealfall könnten die Bauarbeiten Ende 2017 beginnen, der Bezug erster Gebäude wäre dann 2020 möglich.

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