E-Sport-Event : „ESL One“ lockt Tausende nach Hamburg

Teilnehmer des E-Sport-Events „ESL One Hamburg“ spielen in der Barclaycard Arena das Computerspiel „Dota 2“. /Archiv
Teilnehmer des E-Sport-Events „ESL One Hamburg“ spielen in der Barclaycard Arena das Computerspiel „Dota 2“.

Mehrere Tausend Menschen schauen Spielern dabei zu, wie sie kleine Fantasy-Krieger steuern – um Geld zu gewinnen.

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26. Oktober 2018, 17:04 Uhr

Hamburg | Zehn Fabelwesen bekämpfen sich auf großen Bildschirmen, die in der Hamburger Barclaycard Arena hängen. Eines erinnert entfernt an einen Teufel, ein anderes sieht einem Drachen ähnlich, wieder ein anderes einem Seeungeheuer. Plötzlich schleudert Luna, eine zierliche Kriegerin, ihrem Kontrahenten mehrere Dolche entgegen und tötet ihn. Mehrere Tausende Zuschauer in der Arena brechen in Jubelgeschrei aus, klatschen und wedeln mit luftgefüllten Plastikstäben. Auf der Bühne sitzen zehn Spieler – fünf pro Team – hinter Computerbildschirmen und steuern die Charaktere per Mausklick.

Profi-Gamer und ihre Fans definieren Computerspielen als Sportart, offiziell ist es das in Deutschland – anders als in anderen Ländern – aber nicht. Das könnte sich in Zukunft ändern: Die Bundesregierung hat die Anerkennung von E-Sport in den Koalitionsvertrag geschrieben.

Seit Freitag läuft in Hamburg die „ESL One“, ein großes Computerspiel-Turnier, bei dem einige der weltbesten Gamer im Spiel „Dota 2“ gegeneinander antreten. Mit dem erfolgreichen Angriff hat das Team Evil Geniuses aus den USA sich gerade einen Vorteil gegenüber der ebenfalls amerikanischen Mannschaft compLexity Gaming erspielt. Am Ende gewinnen die Evil Geniuses diese Runde mit 2:0.

Noch sind acht Teams im Rennen

Ursprünglich waren zwölf Mannschaften angetreten, vier sind jedoch schon in der seit Dienstag laufenden Vorrunde ausgeschieden – darunter auch die beiden Teams mit den einzigen zwei deutschen Spielern des Turniers.

Noch sind viele Plätze in der Arena frei, doch über das gesamte Wochenende erwarten die Veranstalter rund 20.000 Zuschauer. Besonders zum Finale am Sonntag wird es wohl voll werden. Für viele „Dota 2“-Fans ist die „ESL One“ ein absolutes Highlight, weil sie ihre Idole live spielen sehen.

Der 28-jährige Brite Jersey und vier seiner Freunde sind extra für das Turnier nach Hamburg gereist. In ihrer Freizeit zocken sie selbst „Dota 2“, erzählt Jersey. „Wir spielen okay“, sagt er. Aber: „Der Unterschied zwischen denen da und uns ist gewaltig.“ Den ein oder anderen Spielzug wolle er sich deshalb von den Profis abschauen, erklärt er, während er an seinem Bier nippt. Er guckt gebannt auf die großen Bildschirme, auf denen gerade eine Schar kleiner Monster, so genannter Creeps, massakriert wird. Zwischendurch ruft er „Wow, schau dir das an“ oder „Oh nein, das ist ein Alptraum“.

„Dota 2“ gehört zu den so genannten MOBA-Spielen: MOBA steht für „Multiplayer Online Battle Arena“ und bedeutet, dass zwei Teams in einer virtuellen Kampfarena in Echtzeit gegeneinander antreten. Es geht darum, die gegnerische Basis zu zerstören und die eigene zu schützen.

Treffen der besten E-Sportler der Welt

Die Mitglieder der zwölf antretenden Mannschaften gehören zu den besten E-Sportlern der Welt. Profi-Zocker verdienen damit zum Teil sogar ihr Geld. Bei der „ESL One“ in Hamburg dürfen sich die Siegerteams am Ende über 300.000 Dollar Preisgeld freuen. Das ist in der E-Sport-Welt aber nicht mal besonders viel: Wer die jährlich stattfindende „Dota 2“-Weltmeisterschaft gewinnt, wird über Nacht zum Millionär.

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