Mit Strom aus Muskelkraft : Energieautarkes Festival: Strampeln für gute und laute Musik

Bis zu zehn Menschen müssen gleichzeit in die Pedale treten, damit genügend Strom für das Futur 2 Festival entsteht.

Bis zu zehn Menschen müssen gleichzeit in die Pedale treten, damit genügend Strom für das Futur 2 Festival entsteht.

Am Samstag findet in Hamburg die erste Großveranstaltung statt, bei der Besucher den benötigten Strom selbst erzeugen.

shz.de von
23. Mai 2018, 15:38 Uhr

Hamburg | Für ein energieautarkes Musikfestival müssen am Samstag in Hamburg bis zu zehn Menschen gleichzeitig kräftig in die Pedalen treten. Denn der gesamte Strom, der für das Futur 2 Festival benötigt werde, werde auf dem Gelände hergestellt, teilte die Umweltbehörde am Mittwoch mit. Es sei die erste energieautarke Großveranstaltung Deutschlands.

Bei dem Event im Elbpark Entenwerder werden mehr als 1000 Besucher erwartet und es sollen mehr als ein Dutzend Bands und DJs auftreten. „Mit diesem Festival beweisen wir: Feiern, Spaß, gute Musik und Klimaschutz – das passt zusammen und ist kein Widerspruch“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Die beiden Bühnen werden entweder mit Strom aus Muskelkraft oder mit Solarenergie versorgt. Bei der „Pedal-Powerd Stage“ steige der Trittwiderstand, je lauter und basslastiger die Musik sei. Das Programm auf der „Solar-Powerd Stage“ ende, sobald die Sonne nicht mehr genug Strom liefere.

Auch abseits der Stromerzeugung werde auf Nachhaltigkeit geachtet. So gebe es regionales Essen und Bio-Catering, eine Fahrradgarderobe und Komposttoiletten statt Dixie-Klos. „Wir verstehen das Futur 2 Festival als Freilandlabor, bei dem wir viele kleine bereits erprobte Lösungen zu einem großen Ganzen zusammenfügen“, sagte Veranstalter Björn Hansen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen