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Hamburg : Elektroschocker und Mantel aus Wolfspelz: Die kuriosesten Zoll-Funde

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Was hat der Hamburger Zoll im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen? shz.de mit einer Übersicht.

Hamburg | Die Schmuggler lassen sich immer einiges einfallen, um nicht aufzufallen - doch nicht immer reicht das. Auch im vergangenen Jahr haben die Zollbeamten viele illegal eingeführte Waren sichergestellt. Dabei fällt vor allem ein Wert auf: Gut 660 Kilo „Koks“ zogen die Fahnder aus dem Verkehr. Das sei ein Anstieg um rund 40 Prozent, sagte der Leiter des Zollfahndungsamts, Michael Schrader, am Mittwoch in Hamburg.

Was wurde alles gefunden? Eine Übersicht.

1. Kokain - getarnt als Grillkohle

Eine schwarze Schicht sollte das Kokain verdecken.

Eine schwarze Schicht sollte das Kokain verdecken.

Foto: dpa
Verpackt waren die „Kohlen“ in Papiersäcken.

Verpackt waren die „Kohlen“ in Papiersäcken.

Foto: dpa

Größere Funde Kokain spürten die Beamten zum Beispiel in einer Lieferung von Möbeln nach Rumänien auf. Und in einem Container mit Grillkohle aus Paraguay.

2. Mantel aus Wolfsfell

Wolfspelz und Krokodilleder: Beides beschlagnahmten die Beamten vom Hauptzollamt Hamburger Hafen.

Wolfspelz und Krokodilleder: Beides beschlagnahmten die Beamten vom Hauptzollamt Hamburger Hafen.

Foto: Hauptzollamt Hamburg-Hafen

Diesen Mantel aus drei oder vier Wolfsfellen stellten die Fahnder sicher. Mit dabei war eine Handtasche aus Krokodilleder. Und auch ein Bärenfell gehört zu den Funden.

Das sichergestellte Bärenfell.

Das sichergestellte Bärenfell.

Foto: dpa
 

Weit kamen die Schmuggler damit aber nicht - denn die Beamten achten streng auf die Einhaltung des Artenschutzes. So etwas werde von Reisenden mitgenommen, „ohne darüber nachzudenken, dass dafür ein Tier sterben muss“, bedauerte Lewitz.

3. (Vermeintlich) edles Parfum und Spielzeug

Es ist nicht unbedingt Chanel drin, wo Chanel draufsteht: Diese vermeintlich edlen Düfte zogen die Beamten aus dem Verkehr.

Es ist nicht unbedingt Chanel drin, wo Chanel draufsteht: Diese vermeintlich edlen Düfte zogen die Beamten aus dem Verkehr.

Foto: Hauptzollamt Hamburg-Hafen

Zahlreiche Fälle von Markenpiraterie und mangelnder Produktsicherheit fielen den Beamten am Flughafen auf. Es gebe asiatische Versandhäuser, deren Waren zu 80 bis 90 Prozent gegen die Vorschriften verstießen. Darunter seien tonnenschwere Ersatzteile, Mobilfunkartikel und Medikamente. „Man hat den Eindruck, das wären Testläufe“, sagte der Leiter des Zollamts am Hamburger Flughafen, Tilman Lewitz, angesichts der Häufigkeit.

Auch Spielzeug wurde gefälscht.

Auch Spielzeug wurde gefälscht.

Foto: Hauptzollamt Hamburg-Hafen

4.  Elektroschocker

Ja, auch Eletroschocker machten die Beamten ausfindig.

Ja, auch Eletroschocker machten die Beamten ausfindig.

Foto: Hauptzollamt Hamburg Hafen

Waffen gehören ebenfalls zu den Funden, die die Zollbeamten Jahr für Jahr machen: Im vergangenen Jahr stießen die Fahnder in Hamburg beispielsweise auf diesen Elektroschocker.

5. Medikamente

Gefälschte und illegal eingeführte Arzneimittel standen ebenfalls auf der Liste der beschlagnahmten Gegenstände.

Gefälschte und illegal eingeführte Arzneimittel standen ebenfalls auf der Liste der beschlagnahmten Gegenstände.

Foto: dpa

Gefälschte und illegal eingeführte Arzneimittel sind ebenfalls keine Seltenheit - auch 2015 gehörten sie zu den Dingen, die die Fahnder sicherstellten.

6. Kaudroge Khat

Der Schmuggel von Khat durch Norddeutschland werde weniger.

Der Schmuggel von Khat durch Norddeutschland werde weniger.

Foto: dpa

Der Schmuggel von Khat durch Norddeutschland spiele kaum noch eine Rolle. Die Täter seien dazu übergegangen, die ostafrikanische Kaudroge gefriergetrocknet als geruchfreie Ware per Luftfracht zu versenden. Die Zöllner am Hamburger Flughafen fingen trotzdem rund 190 Kilogramm der Droge ab. Bei ihrer Arbeit werden die 170 Beamten am Airport von 15 Spürhunden unterstützt.

7. Tabakwaren

Der Zoll präsentierte auch Steuerbanderolen für Pfeifentabak.

Der Zoll präsentierte auch Steuerbanderolen für Pfeifentabak.

Foto: dpa
 

Auch geschmuggelte Tabakwaren wurden von Hamburger Zollfahndern in großem Umfang sichergestellt. 31,7 Millionen Zigaretten wurden beschlagnahmt. Im Vorjahr waren es noch 15 Millionen mehr gewesen. 42 Tonnen Wasserpfeifentabak kassierte der Zoll ein, weil er nicht den Qualitätsanforderungen entsprach. Er sei mit Glykol versetzt worden, was ihn noch gesundheitsgefährdender mache, erklärte Tilman Lewitz. Leider werde der niedrige deutsche Grenzwert im Mai den höheren europäischen Normen angepasst.

Außergewöhnliche Funde machten die Zöllner auch im Bereich Kulturgüter, vor allem aus Syrien und dem Irak. Darunter waren 819 Münzen, Totenmasken und Bronzefiguren. „Wir waren erschrocken, dass tatsächlich auch solche Waren in Richtung Deutschland verbracht werden“, sagte Lewitz. Die geraubten Kulturgüter würden über das Auswärtige Amt an die Länder zurückgegeben.

Neben der Verhinderung illegaler Einfuhren kümmerte sich der Zoll auch um die legalen Importe und kassierte Steuern. Trotz des Rückgang des Containerumschlags im Hamburger Hafen von 9,7 Millionen auf 8,82 Millionen stiegen die Einnahmen des Zolls. Sie lagen erstmals über 10 Milliarden Euro, wie der Leiter des zuständigen Zollamts, Michael Schrader, sagte. Von den 10 Milliarden Euro waren 8,5 Milliarden Einfuhrumsatzsteuer und Zölle. Im Vorjahr hatte sich dieser Posten auf 7,5 Milliarden Euro belaufen.

Die Ämter der seit Anfang Januar bestehenden Generalzolldirektion Hamburg nahmen zusammen rund 30 Milliarden Euro ein. Allein die Einnahmen aus den Energiesteuern beliefen sich auf mehr als 16 Milliarden. Die Einfuhrumsatzsteuer machte 11 Milliarden Euro aus.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 16:32 Uhr

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