Mehrkosten von 67 Millionen Euro : Elbvertiefung wird für Hamburg wohl deutlich teurer

Die Elbvertiefung ist umstritten.

Die Elbvertiefung kommt, ist aber umstritten.

Das lange Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht und Umweltmaßnahmen treiben die Kosten nach oben.

shz.de von
31. August 2018, 09:33 Uhr

Hamburg | Die geplante Elbvertiefung wird offenbar deutlich teurer als bisher veranschlagt. Allein Hamburg rechnet bei seinem Anteil mit Mehrkosten in Höhe von 67 Millionen Euro. Die höhere Summe habe der Senat bereits im Haushaltsplanentwurf für die kommenden Jahre vorgesehen, erklärte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde am Freitag zu entsprechenden Berichten von „Hamburger Abendblatt“ und NDR 90,3. Derzeit rechnet der Senat mit 286 Millionen Euro für den Hamburger Anteil. Die letzte Kostenschätzung lag bei 219 Millionen.

Die höhere Summe habe der Senat bereits im Haushaltsplanentwurf für die kommenden Jahre vorgesehen, berichtete der NDR. Allerdings solle es noch in diesem Jahr eine weitere Prognose geben, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde dem Sender.

Elbvertiefung: Das müssen Sie jetzt wissen

Die zusätzlichen Kosten seien insbesondere verursacht „durch die Projektverzögerung sowie durch die Auflage des Bundesverwaltungsgerichts, eine weitere ökologische Ausgleichsmaßnahme umsetzen zu müssen“, sagte die Sprecherin. Erst nach Rechtskraft des Planergänzungsbeschlusses werde man wissen, was es genau koste.

Hier soll der Schierlings-Wasserfenchel die Elbvertiefung überleben: In der oberen Hälfte der Luftaufnahme sind vier ehemalige Absetzbecken der Wasserwerke zu erkennen. Die Planer wollen die beiden oberen per Kanal unter der A1 hindurch mit dem Holzhafen verbinden, um für die seltene Wasserpflanze neuen Lebensraum mit Ebbe und Flut zu schaffen.
BSU

Hier soll der Schierlings-Wasserfenchel die Elbvertiefung überleben: In der oberen Hälfte der Luftaufnahme sind vier ehemalige Absetzbecken der Wasserwerke zu erkennen. Die Planer wollen die beiden oberen per Kanal unter der A1 hindurch mit dem Holzhafen verbinden, um für die seltene Wasserpflanze neuen Lebensraum mit Ebbe und Flut zu schaffen.

Die Stadt hatte vor einer Woche angekündigt, dass sie nach 17 Jahren Planung und gerichtlicher Auseinandersetzungen mit Umweltschützern die Elbvertiefung nun in Angriff nehme werde. Das Planergänzungsverfahren sei mit einem 3. Ergänzungsbeschluss abgeschlossen worden. Mit der Kampfmittelsondierung und bauvorbereitenden Maßnahmen werde in der nächsten Woche begonnen, kündigte die Sprecherin an.

Mit der Elbvertiefung soll der Fluss so ausgebaut werden, dass künftig große Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter unabhängig von der Flut und mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können.

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