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Vom Aussterben bedroht : Elbvertiefung in Hamburg: Der Schierlings-Wasserfenchel zieht um

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Sumpfplanze muss umgesiedelt werden, damit die Elbvertiefung kommen kann. Wie der neue Lebensraum aussieht.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 13:07 Uhr

Hamburg | Die Planungen der Hamburger Hafenbehörde (HPA) für den Ersatz-Lebensraum des Schierlings-Wasserfenchels sind angelaufen. Sie stellte am Donnerstag im Osten der Stadt die Ausgleichsfläche vor, auf der bei der geplanten Elbvertiefung die Pflanze angesiedelt werden soll. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im Februar in seinem Urteil eine vorgesehene Ausgleichsmaßnahme zum Schutz des Doldenblüters nicht akzeptiert, so dass eine neue gefunden werden musste. Dies sei hoffentlich der letzte planerische Akt bis zur Elbvertiefung, sagte der HPA-Chefplaner Jörg Oellerich.

Die Elbvertiefung soll Containerschiffen mit einem Tiefgang bis 13,50 Metern tideunabhängig und bis 14,50 Metern tideabhängig die Zufahrt zum Hamburger Hafen ermöglichen. Während die Hafenwirtschaft und die Reedereien die Vertiefung für unerlässlich halten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens zu sichern, befürchten die Umweltverbände schwere Nachteile für den Naturraum Elbe.

Auf zwei alten, nicht mehr genutzten Absetzbecken der Hamburger Wasserwerke sollen auf rund sieben Hektar Lebensbedingungen für den Schierlings-Wasserfenchel geschaffen werden. Dazu gehören Ebbe und Flut, flache Böschungen und bewaldetes Ufer sowie Sand und Schlick als Untergrund, wie der HPA-Projektleiter Marc Kindermann ausführte.

Der Schierlings-Wasserfenchel - ein Hamburger Original:

Weltweit letztes Refugium

Der Schierlings-Wasserfenchel kommt nur noch im Tidebereich der Elbe vor. Am Unterlauf des Flusses nordwestlich der Hansestadt bieten die Schlickböden, die durch Ebbe und Flut periodisch überschwemmt werden, dem Doldengewächs das weltweit letzte Refugium.

Vom Aussterben bedroht

Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Erhaltung des Schierlings-Wasserfenchel. Das Bundesamt für Naturschutz zählt die ungiftige Sumpfpflanze, die bis zu zwei Meter hoch wachsen kann, zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Umweltschützer befürchten, dass mit der Elbvertiefung verbundene Veränderungen der Population schaden könnten.

 
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