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Ab März : Elbtunnel: Vier Monate Staugefahr

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Freie Fahrt unter der Elbe, das galt für gerade einmal ein Jahr – jetzt muss vor dem Elbtunnel und in der vierten Röhre der Asphalt erneuert werden. Pendler sollen auf Bus und Bahn ausweichen.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 19:04 Uhr

Hamburg | Die Staufalle Elbtunnel schnappt wieder zu: Vom 23. März bis zum 11. Juli wird der Asphalt in der vierten Röhre sowie in den beiden Weichenbereichen vor den Einfahrten erneuert. Die Folge: Während der vier Monate ist nahezu ständig mindestens eine der vier Durchfahrten voll gesperrt, über zwei Monate sind es sogar zwei. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof: „Wir appellieren an alle Pendler aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, in diesen vier Monaten unbedingt auf Bus und Bahn umzusteigen.“

Mit der Großbaustelle endet eine Phase von nur gut einem Jahr mit freier Fahrt in allen vier Röhren. Zuvor war der Tunnel rund ein Jahrzehnt lang quasi permanent saniert worden, weshalb stets eine Durchfahrt ausfiel. Nun müsse auch in der neuesten Röhre die Fahrbahndecke dringend ausgetauscht werden, sagte Andree Poggendorf, Chef der Elbtunnel-Betriebszentrale. „Nach mehr als zehn Jahren nach Eröffnung der vierten Röhre ist die Griffigkeit der Fahrbahn nicht mehr gegeben.“ Dasselbe gelte für die Bereiche vor den Tunneleinfahrten, die sogenannten Weichen. Auch dort wird der Asphalt komplett abgetragen und ersetzt. Vor dem Nordportal betrifft das einen Bereich von rund 700 Metern Länge, einschließlich der beiden Ab- und Zufahrten Othmarschen.

Südlich des Tunnels erstreckt sich die Baustelle auf rund einen Kilometer. Dort nutzt die Stadt die Vollsperrung der vierten Röhre, um zeitgleich die maroden Träger der sich anschließenden Elbmarsch-Hochstraße auszubessern. Poggendorf: „An den Trägern bröckelt der Beton, die Stahlteile sind zum Teil korrodiert.“

Der Zeitpunkt für die anstehende Mehrfachreparatur ist bewusst gewählt. Rieckhof: „Wir wollen den Elbtunnel in einen möglichst optimalen Zustand bringen, bevor der A7-Ausbau voll anläuft.“ Ab Mitte des Jahres wird die Autobahn auf Hamburger Gebiet um je zwei Fahrspuren verbreitert und auf einer Länge von 3,5 Kilometern mit drei Lärmschutztunneln überbaut. Die größte Baumaßnahme seit Bestehen der A7 dauert voraussichtlich knapp zehn Jahre. Zeitgleich wird die Autobahn zwischen dem Dreieck Nordwest und dem Bordesholmer Dreieck auf 60 Kilometern um zwei auf sechs Spuren verbreitert. Laut Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) sind die anstehenden  Bauarbeiten so terminiert, dass sie vor Beginn der Sommerferien in Norddeutschland abgeschlossen sind.

Die Unannehmlichkeiten für die Autofahrer beginnen am 23. März mit der Vollsperrung der Röhre 1 (bis 16. April). Während der Osterzeit (17. April bis 9.  Mai) sollen vorübergehend alle Durchfahrten frei sein. Vom 10. Mai bis zum 4. Juni werden dann die dritte  und die vierte  Röhre voll gesperrt. Nach einer Pfingstpause (5. bis 9. Juni) sind bis zum geplanten Abschluss der Arbeiten am 11. Juli die zweite  und die dritte Röhre dicht. Damit stehen von Mai bis Juli für volle zwei Monate am Nadelöhr des Nordens nur vier von acht Fahrstreifen zur Verfügung.

Die Arbeiten zum großen A7-Ausbau laufen in diesem Frühjahr an, darunter der aufwändige Abbruch der Langenfelder Brücke (Stellingen) als Abschnitt der A7. Hinzu kommen parallel mehrere größere Baumaßnahmen im westlichen Hamburger Stadtgebiet, so auf der Kieler Straße, am Eidelstedter Platz und auf der Koppelstraße.

Die absehbaren jahrelangen Engpässe wollen Hamburg und Schleswig-Holstein mit Hilfe eines Baustellenkoordinators abmildern. Voraussichtlich am Freitag entscheiden die Länder, wer den Posten übernimmt und welche Befugnisse und Aufgaben damit verbunden sind. Markus Lorenz

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