Mehr als 15.000 Polizisten in Hamburg : Elbphilharmonie wird beim G20-Gipfel zur Sicherheitszone

Chorgesang schallt am 1. Juli aus allen Sälen und Foyers der Elbphilharmonie bei der „Langen Nacht des Singens“.
Die Elphi wird zur Sperrzone.

Die Vorbereitungen der Behörden laufen auf Hochtouren. Die Sicherheitszonen werden im Juli im Vergleich zum OSZE-Treffen erweitert.

shz.de von
30. März 2017, 13:28 Uhr

Hamburg | Mehr als 15.000 Polizisten, tausende gewaltbereite Linksextremisten und eine Sicherheitszone rund um die Elbphilharmonie: Knapp 100 Tage vor dem G20-Gipfel hat die Hamburger Innenbehörde Details zu Planungen und möglichen Gefahren bekanntgegeben. „Die Sicherheitsbehörden sind bestens vorbereitet“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD). „Auch der bereits offenkundigen Gewaltbereitschaft krimineller antidemokratischer Linksextremisten wird die Polizei mit aller Entschlossenheit begegnen.“

Am 7. und 8. Juli werden in der Hansestadt die Staats- und Regierungschefs aus Industrie- und Schwellenländern erwartet, darunter US-Präsident Donald Trump, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin. Was an Themen, Protesten und Hotelbuchungen zu erwarten ist, lesen Sie hier.

Die Sicherheitszone im Bereich Karolinenviertel/Messe soll laut Innenbehörde ähnlich verlaufen wie beim OSZE-Treffen im Dezember - jedoch etwas erweitert innerhalb des Messegeländes und in der Parkanlage Planten un Blomen.

Von Samstag an werden gefährdete Objekte in Hamburg zusätzlich gesichert. Zu den mehr als 15.000 Beamten gehören auch viele aus anderen Bundesländern und Einheiten der Bundespolizei. Zuvor hatten am Donnerstag mehrere Medien über den Stand der Vorbereitungen auf den G20-Gipfel berichtet.

„Es ist davon auszugehen, dass es auch zu militanten bzw. gewalttätigen Aktionen innerhalb und außerhalb angemeldeter Versammlungen kommt“, heißt es aus dem Innenressort. Bei einem Aufzug am Vorabend des Gipfels, der von Vertretern des linksautonomen Kulturzentrums Rote Flora angemeldet wurde, rechnet die Polizei derzeit mit etwa 7500 Teilnehmern aus dem linken Spektrum, darunter mindestens 4000 gewaltbereite Linksextremisten.

Für die Zeit bis zum Gipfel sei weiterhin mit Sachbeschädigungen zu rechnen, teilte die Behörde mit. In der Nacht zum Montag hatten Gipfel-Gegner acht Polizeiautos in Brand gesetzt. Erst am 17. März war ein zum Schutz von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) abgestellter Mannschaftswagen der Polizei völlig ausgebrannt.

„Die Sicherheitsbehörden werden die Beeinträchtigungen für die Menschen in der Stadt so gering wie möglich halten“, versprach die Innenbehörde. Im größten Teil Hamburgs würden die Auswirkungen kaum spürbar sein. Wer während des Gipfels ins Stadtzentrum wolle, solle aber besser U- und S-Bahnen nutzen. Auch auf den Strecken zwischen Innenstadt und Flughafen sei mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

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