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„Klassik meets Pop“ zur Eröffnung 2017 : Elbphilharmonie: Late-Night-Konzert mit Tim Bendzko

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Am 11. Januar 2017 eröffnet das neue Konzerthaus an der Elbe. Mit leichter Klassikkost und niedrigen Preisen sollen Besucher angelockt werden.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 15:51 Uhr

Hamburg | Wenn am 11. Januar 2017 die Elbphilharmonie eröffnet, beginnt für das NDR Sinfonieorchester ein neues Kapitel in seiner über 70-jährigen Geschichte. Als Residenzorchester des Konzerthauses an der Elbe wird das Ensemble erstmals eine Heimat in einem herausragenden Konzertsaal haben. Im ersten Halbjahr 2017 werden über 85 Prozent der Konzerte in der Elbphilharmonie angesiedelt sein.

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie nach etlichen Querelen und fast zehnjähriger Bauzeit eröffnet. Die Kosten für den Steuerzahler stiegen von 77 auf 789 Millionen Euro.

„Wir sind stolz darauf, von der ersten Stunde an als Residenzorchester dabei sein zu dürfen“, sagte NDR-Hörfunk-Programmdirektor Joachim Knuth. Der neue Name „NDR Elbphilharmonie Orchester“ unterstreiche diese Bedeutung ebenso, wie die Tatsache, dass 71 der 83 Konzerte im ersten Halbjahr 2017 in der Elbphilharmonie stattfinden werden. „Damit zeigen wir, dass wir diese Residenz nicht nur als Titel begreifen, sondern dass wir sie wirklich mit Inhalt füllen und für Hamburg die klassische Musik nach vorne bringen wollen“, erklärte Orchester-Manager Achim Dobschall am Freitag auf einer Pressekonferenz zur Programmvorstellung in der Hafencity.

Die Geschichte des NDR Elbphilharmonie Orchesters begann im Jahr 1945, damals, als Hans Schmidt-Isserstedt in deutschen Kriegsgefangenenlagern Musiker aus aufgelösten Sinfonie- und Opernorchestern besuchte und sie zum Vorspiel nach Hamburg einlud. Die Besten unter ihnen wurden verpflichtet. Seither ist der Sitz des Orchesters in Hamburg, Hauptspielstätte die Laeiszhalle. Noch bis zum Weihnachtsoratorium am 15. und 16. Dezember wird das Orchester vorrangig die Laeiszhalle bespielen, drei Programme widmet das NDR Elbphilharmonie Orchester dabei dem Komponisten Richard Strauss. Danach beginnt für das Orchester ein neues Kapitel.

In nicht mal fünf Monaten bezieht das NDR Elbphilharmonie Orchester für Proben erstmals die Räume der Elbphilharmonie, um nach den Aussagen von Orchester-Manager Achim Dobschall, „erste Gehversuche“ zu wagen. „Wir beginnen Anfang September mit den ersten akustischen Proben“, erklärte der Manager. Der Saal muss eingespielt werden: „Für verschiedenste Formate müssen wir die jeweiligen Positionen auf der Bühne finden.“

Am 11. und 12. Januar 2017 will das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Thomas Hengelbrock den neuen Konzertsaal in der Elbphilharmonie offiziell eröffnen. In den ersten sechs Wochen finden alleine 37 Konzerte des Orchesters in der Elbphilharmonie statt. Rund 30 Prozent aller Elbphilharmonie-Konzerte liegen in der Hand des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Mit dabei sind Star-Solisten wie Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Bryn Terfel, Wiebke Lehmkuhl und Philippe Jaroussky. „Jaroussky wird nicht nur bei den Eröffnungskonzerten dabei sein, er wird unser Artist in Residence sein und vier Projekte bestreiten, zwei davon mit Thomas Hengelbrock“, so Orchesterleiterin Andrea Zietschmann.

Im neuen Saal der Elbphilharmonie dirigiert Thomas Hengelbrock im Januar und Februar drei vokalsinfonische Werke, die dem Neuanfang und der Aufbruchsstimmung musikalisch Rechnung tragen: Mendelssohns „Lobgesang“, Haydns „Schöpfung“ und Mahlers „Auferstehungs-Sinfonie“. Ein weiteres Highlight im Januar ist die konzertante Aufführung von Schönbergs unvollendeter Oper „Moses und Aron“, die 1954 vom NDR in Hamburg uraufgeführt wurde. Ingo Metzmacher leitet den Chor der Komischen Oper Berlin und das NDR Elbphilharmonie Orchester. Die Titelpartien übernehmen Franz Grundheber und John Daszak. Andrea Zietschmann: „Wir können bei der Programmierung nun auch endlich großbesetzte Konzerte anbieten, und auch zeitgenössische Musik ohne räumliche und akustische Not auf die Bühne bringen“

Schon jetzt verzeichnen die Verantwortlichen einen hohen Ansturm auf die Abonnements für die Konzerte in der Elbphilharmonie. „Wir wünschen uns, dass die Elbphilharmonie ein Ort der Begegnung wird“, so NDR-Programmdirektor Hörfunk Joachim Knuth. Mit einem vielfältigen, modernen, weltoffenen Konzertprogramm sollen auch jene Menschen mit Klassik in Berührung gebracht werden, „die bisher wenig oder gar keine Erfahrung haben“. Dazu locken die Verantwortlichen mit einem Angebot für junge Leute: alle unter 30-Jährigen erhalten 50 Prozent Ermäßigung auf den regulären Ticketpreis aller Abonnementkonzerte. Unter dem Namen „Konzerte für Hamburg“ dirigieren Thomas Hengelbrock und Krzysztof Urbanski zudem in 30 knappen Stundenkonzerten sinfonische Meisterwerke und präsentieren Solisten wie Patricia Kopatchinskaja, Nicolas Altstaedt, Alice Sara Ott oder Martin Fröst. Das Ganze findet in drei Blöcken mit jeweils bis zu elf Konzerten pro Woche statt. Außerdem neu: sechs Late-Night-Konzerte in Kooperation mit dem NDR-Jugendsender NJoy: Klassik, dirigiert von Thomas Hengelbrock und Krzysztof Urbański, trifft auf aktuellen Pop. Los geht’s am 3. und 4. Februar mit Tim Bendzko. „Auf den ersten Blick ist das ein ungleiches Paar, ich glaube aber, dass es gut funktionieren wird, ähnliche Reihen hatten bereits großen Erfolg“, so Orchester-Manager Achim Dobschall.

Mit insgesamt 125 Konzerten in der Saison 2016/2017 wird das Orchester die Anzahl seiner bisherigen Konzerte um 30 Prozent steigern - ohne personelle Aufstockung. Neben Hamburg als Spielort gibt es 20 Konzerte in Norddeutschland und zwölf auf Tournee. „Eines werden wir nicht ändern: unsere norddeutsche Verwurzelung“, betonte Joachim Knuth vom NDR. So wird das Orchester weiterhin beim Schleswig-Holsteinisch Musik Festival oder bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern dabei sein.

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