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Hamburg : Elbphilharmonie: Diese Konzerte gehören zum Programm 2017

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Aus der Dauer-Baustelle wird doch noch ein Konzertsaal. Im Januar 2017 sind die ersten Auftritte geplant.

Hamburg | Neun Monate vor der Eröffnung der Elbphilharmonie wurde am Montagmorgen in Hamburg das Programm für das erste Halbjahr 2017 vorgestellt. Die großen Eröffnungskonzerte werden im Januar in einem dreiwöchigen Festival münden. Generalintendant Christoph Lieben-Seutter macht noch immer ein Geheimnis aus dem vollständigen Programm der Eröffnungskonzerte. Fest steht aber bereits, dass das NDR-Elbphilharmonie-Orchester unter Leitung seines Chefdirigenten Thomas Hengelbrock spielen wird.

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie nach etlichen Querelen und fast zehnjähriger Bauzeit eröffnet. Die Kosten für den Steuerzahler stiegen von 77 auf 789 Millionen Euro.

Singen werden bei der Eröffnungsfeier am 11. und 12. Januar der NDR Chor und der Chor des Bayrischen Rundfunks mit Sopran Anja Harteros, Mezzosopran Wiebke Lehmkuhl, Countertenor Phillippe Jaroussky, Tenor Jonas Kaufmann und Bassbariton Bryn Terfel. Iveta Apkalna wird Orgel spielen.

Dirigent Thomas Hengelbrock wird die Gewinner mit auf eine musikalische Reise von der Renaissance bis zu Gegenwart nehmen. Der Höhepunkt dieser Reise bildet ein neues Auftragswerk des Komponisten Wolfgang Rihm, das extra für die Eröffnung der Elbphilharmonie geschaffen wurde. Rihm ist der wohl wichtigste lebende deutsche Komponist. Sein neues Stück trägt den Titel „Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn“.

„Sie sehen ein Programm von einer Dichte und einer Vielfalt und einer Qualität, wie sie es wahrscheinlich kaum woanders auf dem Planeten finden werden“, sagte Generalintendant Christoph Lieben-Seutter am Montag bei der Vorstellung des Eröffnungsprogramms des spektakulären Konzerthauses.

Im kleinen Saal der neuen Elbphilharmonie wird am 12., 15. und 20. Januar das Ensemble Resonanz unter der Leitung des Dirigenten Emilio Pomárica spielen. Das Ensemble will „ins Unbekannte vorstoßen“ und weiht den kleinen Saal unter anderem mit einem neuen Werk von Georg Friedrich Haas ein.

Am Freitag, den 13. Januar wird im großen Saal Kent Nagano das Philharmonische Staatsorchester Hamburg dirigieren. Zu hören gibt die Uraufführung von Jörg Widmanns Oratorium für Soli, Chor und Orchester.

 

Insgesamt stehen mehr als 200 Konzerte im ersten Halbjahr auf dem Programm, beim dreiwöchigen Eröffnungsfestival sind unter anderem das Chicago Symphony Orchestra unter Leitung von Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker unter Leitung von Semyon Bychkov und Ingo Metzmacher zu erleben.

Am 7. Mai kommen die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Simon Rattle und am 29. Juni die Staatskapelle Berlin unter Leitung von Daniel Barenboim. „Es ist ein Programm, das die Relevanz der klassischen Musik in unserer Gesellschaft nicht nur erhalten, sondern neu definieren will“, sagte Lieben-Seutter. Zielpublikum seien alle Musikfreunde und Klassikkenner von nah und fern sowie Menschen, die über ihr Interesse am neuen architektonischen Wahrzeichen Hamburgs einen Zugang zur Welt der Musik finden.

Nach dem dreiwöchigen Eröffnungsfestival stehen mehrere Themenfestivals auf dem Programm, darunter „Salam Syria“ „als wichtiges Zeichen, die neuen Mitbürger hier zu begrüßen“. „New York Stories“ widmet sich unter anderem John Adams und unter dem Motto „¡Viva Beethoven!“ führt Stardirigent Gustavo Dudamel an fünf Konzertabenden in Folge sein Orquesta Sinfónica Simón Bolívar durch die neun Beethoven-Sinfonien.

Der Verkauf der diversen Abonnements für die Elbphilharmonie hat gestern begonnen. Im Angebot sind thematisch gegliederte Pakete von zumeist vier oder fünf Konzerterlebnissen. Dazu gibt es eigene Abonnements für das Hausorchester, die NDR Elbphilharmonie. Die Preisspanne beginnt bei  25 Euro („Klassik der Welt“) und reicht bis zu 1150 Euro („Internationale Orchester“, acht Konzerte), Jugendliche zahlen teils deutlich weniger. Einzeltickets gibt es ab dem 20. Juni. Für die Eröffnungskonzerte am 11. und 12. Januar 2017 wird etwa ein Viertel der Karten verlost. Anmeldungen sind dafür ab dem 9. Mai auf der Website der Elbphilharmonie möglich.

Das gesamte Programm der Elbphilharmonie für das erste Halbjahr 2017 gibt es im Jahrbuch 2016/2017 der Elbphilharmonie.

„Schön und rau steht die Elbphilharmonie mitten im Herzen der Stadt. Schon ihre Lage fordert uns dazu heraus, sie zu einem Haus für alle zu machen“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Die Elbphilharmonie sei ein demokratisches Gebäude und kein Musentempel für die oberen Zehntausend und mache Kultur für jeden erschwinglich. Besonders die kostengünstigen „Konzerte für Hamburg“, die das NDR Elbphilharmonie Orchester im Januar und im Juni 2017 für bis zu 60.000 Besucher spielen wird, bieten dazu Gelegenheit.

 

Grundsteinlegung für das spektakuläre Gebäude der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron war im April 2007. Nach jahrelangen Querelen und Bauverzögerungen stiegen die Kosten um das Zehnfache auf 789 Millionen Euro.

Die Elbphilharmonie soll einmal zu den zehn besten Konzerthäusern der Welt gehören. Für die Akustik im Großen Saal mit seinen 2100 Plätzen ist der Japaner Yasuhisa Toyota verantwortlich, der auch schon die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles geplant hat. Die Bühne in der Mitte des Saales wird von aufsteigenden Zuschauerrängen umgeben, die von griechischen Theatern und Fußballstadien inspiriert sind.

 

Im Juni soll der große Konzertsaal fertiggestellt sein, für den 31. Oktober ist die Schlüsselübergabe geplant. Anfang November wird die öffentliche Plaza des Gebäudes geöffnet. Auf einer Höhe von 37 Metern bietet sie den Besuchern unabhängig vom Konzertbesuch einen atemberaubenden Blick über die Stadt.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 06:55 Uhr

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