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Hamburg : Einbrecher erschossen: Hauseigentümer erkennt Komplizen nicht

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Einer der beiden Täter wurde vom Hauseigentümer erschossen. An das Gesicht des anderen kann er sich nicht erinnern.

Hamburg | Im Prozess um einen Überfall auf ein Wohnhaus in Hamburg-Jenfeld, bei dem einer der beiden Täter erschossen wurde, hat der Hauseigentümer den Angeklagten nicht erkannt. Der 65-Jährige sagte am Freitag vor dem Landgericht, er wisse nicht, ob der 25-Jährige der Komplize des Getöteten gewesen sei.

Er schilderte jedoch als Zeuge detailliert den Ablauf des Überfalls in der Nacht zum 24. Juni 2015. Die Täter hätten seine Haustür eingetreten und in den Flur eindringen wollen. In diesem Moment habe er mit einer Pistole auf den vorderen Eindringling geschossen. „Was soll ich anderes machen?“, sagte der frühere Maschinenbauer. Die Räuber flohen, der Verletzte brach in der Nähe des Hauses zusammen und starb. Die Staatsanwaltschaft wertete den Schuss als Notwehr und stellte die Ermittlungen gegen den 65-Jährigen ein.

Am Abend des Überfalls sei zunächst ein Pflegedienst gekommen, um seinen dementen und bettlägerigen Vater zu versorgen, berichtete der Zeuge. Wenig später habe jemand geklingelt und gefragt, ob ein Krankenwagen da gewesen sei. Er habe dies verneint und die Tür geschlossen. Kurz darauf habe es erneut geklingelt. Er habe die Tür einen Spalt aufgemacht, den Sperrriegel allerdings nicht geöffnet. Um das Licht einzuschalten, sei er ein paar Schritte nach hinten gegangen. In diesem Moment habe er Tritte und Schläge gegen die Tür gehört. „Dass das kein Freundschaftsbesuch werden sollte, war mir klar“, sagte der 65-Jährige.

In dem Moment, als das Licht anging, habe die Tür nachgegeben und die beiden Räuber seien hereingestürzt. Er habe sofort geschossen, aus einer Distanz von gut zwei Metern. Die Pistole seines Vaters hatte er nach eigenen Angaben bereits nach dem ersten Klingeln geholt. „Das Risiko, nicht zu schießen, konnte ich nicht eingehen“, sagte er. Er ist nach eigener Aussage seit 16 Jahren Mitglied im Schützenverein.

Wie der Zeuge weiter erklärte, löste der Schuss einen Tumult am Hauseingang aus, weil hinter dem getroffenen Räuber dessen Komplize stand. Wie die Befragung des Zeugen weiter ergab, wählten die Täter das Haus möglicherweise gezielt aus. In der Nachbarschaft sei bekannt gewesen, dass sein Vater größere Bargeldmengen im Haus aufbewahrte, sagte der 65-Jährige.

Dem 25-jährigen Angeklagten werden außer der Beteiligung an dem Überfall noch weitere Taten vorgeworfen. Er soll seine Ex-Freundin schwer misshandelt haben. Diese hatte ihn daraufhin bei der Polizei angezeigt, wie der Angeklagte selbst beim Prozessauftakt erklärt hatte. Dabei habe sie ihn auch beschuldigt, bei dem Überfall in Jenfeld dabei gewesen zu sein. Der 25-Jährige bestreitet allerdings, an dieser Tat beteiligt gewesen zu sein.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 16:01 Uhr

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