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Hamburger Schanzen-Viertel : Eigentümer lacht über Angebot für „Rote Flora“

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Absurdes Theater zwischen Flora-Eigner Kretschmer und Bürgermeister Scholz. Der SPD-Politiker bietet den Rückkauf der besetzten Immobilie an. Kretschmer lässt ausrichten, er habe es sich anders überlegt.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 15:14 Uhr

Hamburg | Das Angebot der Stadt Hamburg, das besetzte linksalternative Kulturzentrum „Rote Flora“ ungefähr zu dem vor zwölf Jahren erzielten Preis zurückzukaufen, ist nach Meinung des Eigentümers lachhaft. „Das kann nur ein Aprilscherz sein“, sagte am Freitag Gert Baer, der Immobilienberater des Besitzers Klausmartin Kretschmer.

Inzwischen wolle man gar nicht mehr verkaufen. Der Eigentümer halte an dem Plan fest, das Gebäude im kommenden Jahr räumen zu lassen. Dann solle aus dem historischen Haus ein modernes Kulturzentrum mit Konzerthalle, Tiefgarage und Kita werden.

Die Stadt hatte das Grundstück im Schanzenviertel 2001 an Kretschmer für umgerechnet knapp 190.000 Euro verkauft. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Vorwürfe, der Besitzer wolle den Verkaufspreis für Grundstück und Gebäude in die Höhe treiben.

Wenn der Eigentümer es wieder loswerden wolle, sei man für einen Rückkauf offen, hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kürzlich dem Radiosender NDR 90,3 gesagt. „Allerdings haben wir immer gesagt, das kann jetzt nicht viel mehr sein als das, was er damals bezahlt hat.“ Kretschmer habe in den vergangenen zwölf Jahren aber auf Mieteinnahmen verzichten müssen und Kosten in Millionenhöhe gehabt, erklärte dagegen Baer.

Kretschmer hatte seit 2011 immer wieder versucht, das rund 1770 Quadratmeter große, inzwischen wohl millionenteure Grundstück samt heruntergekommener „Roter Flora“ wieder zu verkaufen – bislang vergeblich. Die seit mehr als 20 Jahren besetzte „Rote Flora“ stand immer wieder im Zentrum von Ausschreitungen.

Mehrere Tausend Demonstranten wollen am Samstag für den Erhalt des linksalternativen Kulturzentrums „Rote Flora“ und ein Bleiberecht für Flüchtlinge auf die Straße gehen. Die Hamburger Polizei rüstet sich für mögliche Krawalle. „Das wird sicherlich ein kribbeliger Einsatz“, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin am Freitag. Die Beamten rechnen damit, dass bis zu 6000 Menschen durch das Schanzenviertel ziehen. Die Polizei stuft etwa die Hälfte der Teilnehmer als gewaltbereit ein. Mehr als 2000 Beamte sind den Angaben zufolge im Einsatz. Für den Adventssamstag sind in Hamburg zudem drei weitere Versammlungen angemeldet.

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