zur Navigation springen

Solarunternehmen aus Hamburg : Ehemalige Conergy-Vorstände: Langer Prozess, geringe Strafen

vom

Der Vorwurf der Marktmanipulation war hart, die Urteile nicht: Freisprüche und eine Geldbuße wegen Ordnungwidrigkeit für drei ehemalige Manager.

Hamburg | Drei frühere Vorstände des Solarunternehmens Conergy sind am Montag vom Hamburger Landgericht teils freigesprochen, teils wegen Ordnungswidrigkeiten zu Geldbußen verurteilt worden. Einer der Angeklagten erhielt nach Angaben eines Gerichtssprechers eine Verwarnung und eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Geldbußen gelten als zum Teil bezahlt, weil die Conergy-Vorstände nach der Fertigstellung der Anklageschrift vier Jahre auf ihr Verfahren warten mussten. Ende Oktober vergangenen Jahres war bereits der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Ammer freigesprochen worden.

Conergy sieht sich als einer der führenden Anbieter für Photovoltaik - das Unternehmen zählte zu den größten deutschen Technologie-Werten. Spekulationen trieben den Kurs an der Börse im Jahre 2007 so in die Höhe, dass er einen Spitzenwert von über 110 Euro erreichte. Nach der Finanzkrise und den Verdachtsfällen schmierte die Aktie 2011 auf einen Euro ab.

Die Vorwürfe gegen die Manager, unter ihnen Unternehmensgründer Hans-Martin Rüter, rührten aus den Jahren 2006 und 2007 und lauteten auf Bilanzfälschung, Marktmanipulation und Insiderhandel mit der börsennotierten Conergy-Aktie. Laut Staatsanwaltschaft haben die Vorstände damals nicht nur die wirtschaftlichen Probleme des einstigen Börsenlieblings verschleiert, sondern obendrein ihre privaten Conergy-Aktien abgestoßen, als sie den Kurssturz kommen sahen. Dadurch sollen die Ex-Konzernchefs jeweils Gewinne in der Höhe von 108.000 Euro bis rund 16,5 Millionen Euro erzielt haben. Die Angeklagten hätten außerdem die anderen Aktionäre über die wirtschaftliche Situation von Conergy getäuscht.

Der einstige Börsenstar Conergy war 2007 in eine Krise geraten, konnte diese aber zunächst abwenden. Die Insolvenz folgte erst im Jahr 2013. Conergy wurde aufgeteilt; wesentliche Teile übernahm der US-Investor Kawa Capital. Als Anbieter von Systemlösungen und Services ist Conergy auch heute noch weltweit am Markt tätig.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 18:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen