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Sicherheit im UKE : Ebola: Darum muss Hamburg keine Angst haben

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Aus der Onlineredaktion

Das UKE in Hamburg hat seinen ersten Ebola-Patienten. Doch wie wird die Sicherheit der Beteiligten gewährleistet? Ein Überblick.

Hamburg | Ein Ebola-Patient wird im Hamburger UKE behandelt - und musste vom Flughafen durch die Stadt transportiert werden. Doch trotz der hochansteckenden Krankheit bestehe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung, betont Roland Ahrendt, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Eine Ansteckung mit dem Ebola-Virus sei ausschließlich über den direkten Kontakt mit einer infizierten Person möglich, da der Erreger über Körperflüssigkeiten weitergegeben wird. Darüber hinaus gewährleisten besonders hohe Sicherheitsvorkehrungen den gefahrlosen Transport und die Behandlung. Wie wird der Patient genau abgeschirmt?

 

Spezialflugzeug

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Foto: dpa

Ein speziell ausgebauter Jet aus Sierra Leone befördert den Erkrankten direkt auf des baulich abgegrenzte Geschäftsfliegerzentrum des Flughafens Fuhlsbüttel. Nach der Landung wird der Patient direkt auf dem Rollfeld in den bereitstehenden Isolierrettungswagen umgelagert – der Patient kommt zu keiner Zeit mit dem regulären Flughafenbetrieb in Kontakt.

Der Flughafen Fuhlsbüttel ist auch deshalb für den Transport von hochinfektiösen Patienten geeignet, weil er über einen eigenen Quarantänebereich verfügt, in dem eventuell kontaminierte Mitreisende betreut werden können. Deutschlandweit gibt es vier derartig ausgerüstete Flughäfen. Neben Hamburg verfügen auch Düsseldorf, München und Frankfurt über eine eigene Quarantänestation.

 

Isolierrettungswagen

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Foto: dpa

Unmittelbar nach der Landung wird der Patient in einem speziell für hochinfektiöse Patienten ausgelegten Rettungswagen der Hamburger Berufsfeuerwehr vom Flughafengelände zur Sonderisolierstation der Bernhard-Nocht-Klinik am Hamburger UKE transportiert. Die rund 12 Kilometer lange Fahrt wird durch Geleitschutz von Feuerwehr und Bundespolizei gesichert. Die Hamburger Berufsfeuerwehr verfügt über insgesamt zwei solcher Isolierrettungswagen, sagt Feuerwehrsprecher Joachim Möller.

Die Besonderheit des Spezial-Rettungswagens besteht in der kompletten Abschottung des Patientenraumes. Dieser ist sowohl zur Außenwelt als auch zum Führerhaus komplett abgedichtet. Kontakt zum Fahrer kann lediglich über eine Gegensprechanlage erfolgen. Um eine gründliche Desinfizierung zu gewährleisten, ist der Wagen mit einem speziellen, leicht zu reinigenden Material ausgekleidet, diverse Filter und Katalysatoren in den Zu- und Abluftwegen verhindern die Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft. Für Patienten und die betreuende Besatzung stehen zudem Überdruck-Schutzanzüge bereit.

 

Sonderisolierstation des UKE

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Foto: dpa

Für Ebola-Patienten gibt es in Deutschland verschiedene Zentren mit Sonderisolierstationen – nicht nur am UKE. Sie alle sind so verteilt, dass ein Krankentransport sie von jedem Ort der Bundesrepublik aus binnen weniger Stunden erreichen kann. Solche Einrichtungen gibt es neben Hamburg auch in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig, München, Saarbrücken und Stuttgart. In der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg besteht ein Ausbildungszentrum, das ebenfalls Patienten aufnehmen kann. Die Berliner Charité verfügt an ihrem Standort Virchow-Klinikum über die größte deutsche Seuchenstation mit mehr als 20 Betten.

Auf solchen Sonderisolierstationen wird der Patientenbereich durch ein Schleusensystem betreten. In der äußeren Schleusenkammer kann das Personal duschen und Schutzkleidung anziehen. Über die innere Kammer kommen Ärzte und Pflegekräfte zu den Kranken. Beim Ausschleusen wird die Schutzkleidung desinfiziert. Im gesamten Bereich herrscht Unterdruck, damit Erreger nicht nach außen gelangen können. Auch für das Belüftungssystem, die Abwässer aus Waschbecken, Dusche und Toilette sowie die Müllentsorgung gelten besondere Vorschriften. In den Behandlungszentren arbeitet speziell geschultes Personal, Teammitglieder üben regelmäßig für den Notfall.

Bei der Bernhard-Nocht-Klinik am Hamburger UKE handelt es sich um eine von der übrigen Patientenversorgung baulich abgetrennte Einrichtung. In drei Behandlungszimmern stehen hochinfektiösen Patienten dort insgesamt sechs Betten zur Verfügung.

Das UKE und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben bei der Therapie von hoch ansteckenden Erkrankungen einen hervorragenden Ruf. In dem speziellen Behandlungszentrum des UKE werden Patienten versorgt, die sich mit lebensbedrohlichen Erregern wie Filoviren – sie sind verantwortlich für das Ebola- und Marburg-Virus – oder Coronaviren (Sars) infiziert haben.

(Mit dpa-Material)

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erstellt am 27.Aug.2014 | 12:31 Uhr

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