Hamburg : Drogen-Razzia der Soko Rocker: Mehr als eine Tonne Kokain sichergestellt

Der Hamburger Soko Rocker ist ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen. Es gab mehrere Festnahmen.

shz.de von
09. November 2018, 10:43 Uhr

Hamburg | Nach einem spektakulären Fund von 1000 Kilogramm Drogen in einem Lastwagen hat die Polizei bei einer Razzia die ganze Nacht über insgesamt zwölf Wohnungen im Hamburger Stadtgebiet durchsucht. Drei Personen wurden verhaftet und der Untersuchungshaftanstalt Hamburg überstellt. Acht Tatverdächtige kommen noch am Freitag zum Haftrichter.

Die Ermittlungen richten sich gegen eine Tätergruppe aus Hamburg-Osdorf, die im Verdacht steht, unter anderem in erheblichem Umfang mit Marihuana zu handeln. Es konnten Kontakte dieser Gruppe zu einem 39-Jährigen festgestellt werden, bei dem es sich um ein führendes Mitglied der in Hamburg verbotenen „Hells Angels“ handelt. Bei dem Beschuldigten handele es sich nicht um den Hells Angel, der Ende August in seinem Wagen auf St. Pauli von einem Unbekannten angeschossen und schwer verletzt worden war, sagte die Polizeisprecherin. Der damals 38-Jährige war Opfer eines Racheakts geworden.

Am Donnerstag kamen Zivilfahnder auf die Spur eines Lkw, bei dem der Verdacht bestand, dass mit diesem Betäubungsmittel transportiert werden könnten. Die Fahnder beobachteten, wie der Lkw an einer Spedition in Rothenburgsort abgestellt, von fünf Männern geöffnet und schließlich entladen wurde. Bei der Ladung im Container handelte es sich offensichtlich um Betäubungsmittel. Die Fahnder forderten daraufhin Spezialkräfte zur Unterstützung an.

Mehr als eine Tonne Kokain

Bis zum Zugriff durch die Spezialkräfte wurden mehr als eine Tonne Kokain in Ein-Kilo-Paketen ausgeladen und auf einer Rampe gestapelt. Die fünf Personen, die den Container entladen hatten, wurden nach Eintreffen der Spezialkräfte vorläufig festgenommen. Hierbei handelt es sich um drei Deutsche (40, 40, 49) einen 28-jährigen Italiener und einen 43-jährigen Polen.

Die bereits abgeladenen Kokainpakete sowie der Lkw wurden sichergestellt. Der Lkw mit dem Container wurde zunächst zum Polizeipräsidium transportiert. Er wird am Freitag entladen und es werden Spuren gesichert. Es werden weitere Kokain-Pakete im Container vermutet. „Da ist definitiv noch mehr in dem Container“, sagte eine Polizeisprecherin. 1000 Kilo Kokain haben nach der üblichen Berechnung des Zolls einen Verkaufswert von 150 Millionen Euro.

In dem ursprünglichen Ermittlungsverfahren waren durch die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits vier Haftbefehle beim Amtsgericht Hamburg erwirkt worden. Zudem lagen zwölf Durchsuchungsbeschlüsse vor, die am Donnerstag vollstreckt wurden. Dabei wurden Betäubungsmittel, darunter ein Kilogramm Marihuana und etwa 170.000 Euro Bargeld sichergestellt. In diesem Ermittlungskomplex dauern die Maßnahmen noch an.

Die Ermittlungen führten auch zur vorläufigen Festnahme von drei weiteren Tatverdächtigen. Dabei handelt es sich um einen 45-Jährigen, das 39-jährige Mitglied der „Hells Angels“ sowie einen 25-Jährigen, gegen den bereits im Ursprungsverfahren ein Haftbefehl erlassen worden war.

Die acht Tatverdächtigen werden dem Haftrichter vorgeführt. Die drei Personen, gegen die bereits Haftbefehle im Ursprungsverfahren vorlagen, wurden bereits zur Untersuchungshaftanstalt transportiert.

„Schwerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität“

„Das Ursprungsverfahren habe sich gegen eine Tätergruppe in Hamburg-Osdorf gerichtet, die in erheblichen Umfang mit Marihuana gehandelt haben soll. „Die mehrmonatigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Polizei Hamburg, die diesem Einsatz vorausgingen, stellen einen schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Hamburg und insbesondere die Rockerkriminalität dar“, sagte Polizeisprecher Timo Zill. Gegen die Hintermänner des Drogenhandels in Hamburg sei zunächst verdeckt ermittelt worden. Das Verfahren unterstütze auch die Arbeit der Drogen-Task-Force auf St. Pauli, St. Georg und im Schanzenpark. Diese Polizeieinheit hatte erst am Mittwoch mehr als 100 Personen auf der Straße überprüft und drei mutmaßliche Dealer in Wedel (Kreis Pinneberg) festgenommen.

Erst am 1. November hatte eine Hamburger Firma verdächtige Pakete in einer Kaffeelieferung entdeckt und den Zoll eingeschaltet. Die Beamten fanden 200 Kilo Kokain. Die Fracht sei aus Brasilien in die Hansestadt verschifft worden, hieß es. Im Mai hatte der Zoll 340 Kilo derselben Droge sichergestellt. Das Rauschgift war in Bananenkartons aus Mittelamerika versteckt gewesen.

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