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Stickoxid-Belastung : Dreckige Luft: BUND droht Hamburg mit Klage

vom
Aus der Onlineredaktion

Wenn Hamburg nicht innerhalb von vier Wochen einen Luftreinhalteplan vorlegt, drohen der Stadt finanzielle Strafen.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 13:36 Uhr

Hamburg | Die Umweltorganisation BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat dem rot-grünen Senat ein Ultimatum zur Verbesserung der Luftqualität in Hamburg gestellt. Sollte die Umweltbehörde nicht innerhalb von vier Wochen glaubhaft darlegen, dass sie bis Juli einen neuen Luftreinhalteplan vorlegt, werde bei Gericht ein Zwangsgeldantrag gestellt, kündigte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch am Dienstag an.

Dreckige Luft gefährdet die Gesundheit. Wer über eine längere Zeit zu viel Stickoxide einatmet, hat ein deutlich höheres Risiko an Bronchitis, Asthma oder Lungenkrebs zu erkranken. Nach Schätzungen des BUND sind in Hamburg 200.000 Menschen betroffen, die an stark befahrenen Straßen wohnen. Hauptursache sind die Abgase von Dieselautos.

Luftverschmutzung ist in Hamburg kein neues Thema. Schon seit mehr als zehn Jahren werden an einigen Hamburger Straßenzügen stark erhöhte Stickstoff-Konzentrationen in der Atemluft gemessen. 2014 wurde der Senat deswegen rechtskräftig verurteilt. Doch einen neuen Luftreinhalteplan will man erst 2017 vorlegen. Für den BUND sei das völlig inakzeptabel, kritisierte Braasch.

Seit 2010 gilt in der Europäischen Union ein Grenzwert von 40 Mikrogramm. Er wird in vielen deutschen Großstädten überschritten. Nicht mit 40, sondern 60 Mikrogramm pro Kubikmeter ist die Atemluft in der Max-Brauer-Allee im Jahresdurchschnitt belastet.

Die Stickoxidwerte, die an der Max-Brauer-Allee gemessen werden, übersteigen seit langem die Grenzwerte.
Die Stickoxidwerte, die an der Max-Brauer-Allee gemessen werden, übersteigen seit Langem die Grenzwerte. Foto: Screenshot umweltbundesamt.de
 

Weitere aktuelle Luftdaten von 16 Hamburger Messstellen veröffentlicht das Umweltbundesamt tagesaktuell hier.

Ähnliche Fälle gab es im November 2015 in Wiesbaden und Darmstadt. Dort haben Gerichte bereits wegen ungenügender Bemühungen um die Luftreinhaltung Zwangsgelder gegen die Städte verhängt.

(mit dpa)

 

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