Prozess in Hamburg : Doppelmord am Jungferstieg: Verteidiger hält Sachverständigen für befangen

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine Ex-Partnerin und die gemeinsame einjährige Tochter am Hamburger S-Bahnhof Jungfernstieg nach Sorgerechtsstreitigkeiten erstochen zu haben.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine Ex-Partnerin und die gemeinsame einjährige Tochter am Hamburger S-Bahnhof Jungfernstieg nach Sorgerechtsstreitigkeiten erstochen zu haben.

Ein 34-Jähriger soll seine Ex-Partnerin und seine kleine Tochter auf dem Hamburger S-Bahnhof Jungfernstieg getötet haben.

shz.de von
05. Dezember 2018, 19:02 Uhr

Hamburg | Ein Ende des Prozesses um die tödliche Messerattacke auf eine 34-Jährige und ihre kleine Tochter an der Hamburger S-Bahnstation Jungfernstieg noch in diesem Jahr ist fraglich. Grund ist ein weiterer Antrag des Verteidigers. Er halte den psychiatrischen Sachverständigen für befangen, erklärte der Anwalt am Mittwoch im Landgericht Hamburg. Das Gericht will den Gutachter nun bitten, zu den Vorwürfen des Verteidigers Stellung zu nehmen.

Am 12. Dezember wird der Prozess fortgesetzt, dann könnten die Richter eine Entscheidung zu dem neuen Antrag verkünden. Das Gericht legte aber bereits einen weiteren Verhandlungstag am 17. Dezember fest und bat alle Beteiligten, vorsorglich nach möglichen weiteren Terminen im Januar zu schauen.

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Dem Angeklagten aus dem westafrikanischen Niger wird vorgeworfen, seine Ex-Partnerin und die gemeinsame kleine Tochter vor den Augen zahlreicher Passanten mit einem Messer getötet zu haben. Der 34-Jährige hatte das Verbrechen gestanden. Laut Anklage war Hintergrund der Tat ein Sorgerechtsstreit mit der ursprünglich aus Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) stammenden Frau.

Der Anwalt monierte, das Gutachten des Psychiaters habe zu große Ähnlichkeit mit einer Untersuchung des Experten in einem anderen Fall. „Es liest sich wie eine Blaupause“, lautete sein Vorwurf. Ein anderer Psychiater solle deshalb eine Untersuchung anfertigen. Der Anwalt ist überzeugt, dass dieser die Tat dann als Affektdelikt ansehen werde und eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen werde - und damit zu einem anderen Schluss komme als der bisherige Experte.

Einen ähnlichen Antrag der Verteidigung, noch einen Psychologen zu der Frage zu hören, ob es sich nicht doch um eine Affekttat gehandelt haben könnte, hatten die Richter am Mittwochmorgen zurückgewiesen.

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