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Lineup 2015 und Tickets : Dockville Festival in Hamburg: Klangvielfalt und Kunst in Würfeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das 9. MS Dockville Festival startet – 130 Bands und DJs sowie 25.000 Besucher werden auf dem Gelände in Hamburg Wilhelmsburg erwartet.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2015 | 14:52 Uhr

Hamburg | Musikbühnen, an denen Frachter vorbei fahren, Kunstobjekte zwischen Bäumen und gestapelte Container als Aussichtsplattform – das MS Dockville Festival ist ein ganz eigener Kosmos. Kommendes Wochenende steigt zum neunten Mal das mittlerweile zur Institution gewordene Open Air auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg. Über 130 internationale Bands und DJs treten in dem sehr speziellen Ambiente aus Hafenromantik, Industriebrache und wild wuchernder Natur auf. Und es ist einmal mehr die charakteristische Mischung aus musikalischer Vielfalt und junger Kunst, die das Event ausmacht. Genregrenzen und Bekanntheitsgrad werden traditionell wenig berücksichtigt. „Auf eine leere Leinwand malen wir für jeden Act einen Punkt. Weder der Ort, noch die Farbe sind dabei zufällig gewählt“, formuliert Geschäftsführer Enno Arndt. „Wir kreieren ein abstraktes Bild, auf dem die Acts nicht nur für sich alleine stehen.“

Und so finden international bekannte Bands wie die Retro-Wave-Rocker Interpol neben Tom Odell mit seinem melancholischen Pop, Caribous groovendem Elektrosound und José González’ filigranen Akustikgitarren-Songs ihren Platz. Nationale Größen wie der Rapper Prinz Pi, die Bluespopper AnnenMayKantereit oder die hippen pfälzischen Synthie-Pop-Newcomer Sizarr werden erwartet. Unter dem Stichwort Newcomer wären auch der australische House-Produzent Hayden James, der dänische Soundtüftler Patrick Madsen mit seinem Ambient-Dubstep-HipHop-Projekt Sekuoia und das Indie-Elektro-Duo Odesza aus den USA zu nennen. „Ich persönlich freue mich sehr auf Vaults“, sagt Sprecherin Lara Goldsworthy. Das grafische Design und der individuelle Stil von deren eher schattigen Popsongs seien spektakulär. „Und wenn man richtig Lust auf Tanzen hat, dann sollte man die Orsons nicht verpassen.“

Im zweiten Jahr seines Bestehens befindet sich das Kunstcamp MS Artville, auf dem bereits mehrere Wochen vor dem Festival Werke entstehen, die sich mit dem Spannungsfeld Kunst und Stadt beschäftigen. 21 Künstler und Kollektive machen mit. Es gibt ein neues „Kubendorf“, in dem fünf große Würfel als Ausstellungsflächen für jeweils zwei Künstler genutzt werden. Gernot Baars etwa will dort den Zuschauer laut Infotext „in einen Kosmos aus Overkill und Tiefschwarz entführen“. Weltweit flüchten Menschen, passend dazu bietet Maria Gideon einen Raum über Chaos und die Neuordnung der Dinge, Installationen, die in einen Koffer passen. Geschichten von der Straße, der Welt, von Menschen, Verbindungen und Verwirrungen.

Im Zelt auf der Fläche des MS Artville können Besucher selbst kreativ werden. „Zudem gibt es unter den MS Artville-Kunstwerken auch welche, die zwischendurch noch für musikalische Intervention sorgen können“, sagt Lara Goldsworthy. Etwa der Wagen von Tintin Patrone. Deren „International MusicMotorCycleClub“ versteht sich als loser Zusammenschluss von musik- und motorradinteressierten Menschen. Die Clubgründerin präsentiert neben neuen Fahrzeugen der Mitglieder ihre aktuellste Kreation, ein fahrbares Soundsystem als Verbindung zwischen Kunst, Musik und Bewegung. „Ein Kunstwerk, das man sich auf jeden Fall anschauen sollte ist die Installation ,Dance in the Rain’ von Paul Schick“, sagt Lara Goldsworthy. „Seine Projektionen auf Regen sind wunderschön. Das ist definitiv mein Kunst-Highlight.“ Wer danach noch mehr Auszeit brauche, der könne sich bei der „Time Machine III“ von Lena Galitsch ein bisschen Zeit kaufen „und die Uhren eine Weile still stehen lassen.“

Eine schlechte Nachricht gibt es für alle Festivalbesucher mit Faible für den Seeweg: es wird in diesem Jahr kein Barkassen-Shuttle von den Landungsbrücken zum MS Dockville Festival geben. „Das ist sehr schade, aber der Anleger ist leider von der Stadt abgebaut und zu weit vom Gelände weg versetzt worden“, sagt Lara Goldsworthy. Auch einer der beiden Campingplätze ist futsch – aus sehr aktuellem Anlass: die Hansestadt braucht die Fläche dringend zur Unterbringung von Flüchtlingen.

MS Dockville Festival, 21.-23. August, Hamburg Wilhelmsburg, Infos zum Programm unter msdockville.de, Karten/Tageskarten über Ticketmaster (www.ticketmaster.de) und an allen bekannten VVK-Stellen

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