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Hamburg-Wilhelmsburg : Dockville Festival: Die Suche nach neuen Strömungen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Wochenende kommen rund 140 Bands und DJs zum achten MS Dockville Festival nach Hamburg-Wilhelmsburg. Die Veranstalter erwarten 26.000 Besucher.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 09:48 Uhr

Hamburg | Am Fluss – und gewissermaßen im Fluss – befindet sich das MS Dockville Festival. Zwar wird auch anlässlich der achten Auflage des mittlerweile fest etablierten Events auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg die einzigartige Mischung aus eher unkonventioneller neuer Musik und junger Kunst im Mittelpunkt stehen. Dieses Jahr kommen als prominentere musikalische Gäste etwa die englische Sängerin Birdy mit melancholisch-fragilem Pop, die ruppigen südafrikanischen Rapper Die Antwoord oder die norwegischen Discopopper Kakkmaddafakka auf eine der sechs Bühnen.

Aber alles ist natürlich stets in Bewegung. „Wir setzen uns ständig damit auseinander, wo die Musik neue Abzweigungen nimmt und zu etwas Neuem und damit Spannendem führt“, sagt Festival-Geschäftsführer Enno Arndt. Hauptsächlich gehe es beim Booking darum, derzeit noch unentdeckte Schätze zu heben. „Wir wollen angehende Lieblingskünstler entdecken, denen der Sprung auf die großen Bühnen erst noch bevorsteht. Deswegen versuchen wir immer wieder, neue Strömungen der internationalen Musikszene abzubilden.“ So kommen mit dem isländischen Multiinstrumentalisten Ólafur Arnalds und dem Hamburger Komponisten Nils Frahm zwei Acts zum MS Dockville, die als Neoklassiker scheinbare Gegensätze vereinen: Moderne und Vergangenheit, Elektronik und Klassik. „Mit ihrem Ansatz schlagen beide eine musikalische Richtung ein, die äußerst spannend ist“, sagt Festival-Sprecherin Lara Golds-worthy. Die Komposition des musikalischen Programms gleiche dem Malen eines Bildes. „Band für Band, DJ für DJ füllt sich die Leinwand mit Farben, die nach und nach ein Gesamtkunstwerk ergeben.“

Eine Metamorphose hat das Kunstcamp durchgemacht. Es zeigt sich in neuem Gewand und hört nun auf die Bezeichnung MS Artville. Der neue Name sei dabei thematisch sinnstiftend, so Goldsworthy. „Wir beschäftigen uns mit Kunst und Stadt, wir bauen eine Kunststadt.“ Insgesamt haben 18 Künstler und Künstlerkollektive sich auf unterschiedlichste Weisen am Bau beteiligt. „Imposant ist das von Jakobus Durstewitz gestaltete Stadttor, gebaut aus 40-Fuß-Seecontainer und gebrauchten Theaterkulissen samt begehbarer Brüstung. Es verhandelt Themen wie Flüchtlingspolitik, Stadtentwicklung und hanseatische Überheblichkeit“, erklärt Goldsworthy. Unübersehbar sei auch das Eingangstor vom Hamburger Street Art Künstler Darko Caramello. Neben den „Großstadtlichtern“ von Andreas Wundersee, einer riesigen Collage von Fehmi Baumbach und einem begehbaren Kaleidoskop von Jana Fux befänden sich an jeder Ecke des Geländes Kunstwerke, „die man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte“, so die Sprecherin.

Doch Veränderungen gibt es auch auf dem Gelände selbst. „Unter anderem wird das Vorschot, die zweite Hauptbühne, auf die andere Straßenseite und damit folglich näher ans Wasser rücken, damit die idyllische Hafenkulisse in voller Pracht genossen werden kann“, sagt Lara Golds-worthy. Auf seinem ehemaligen Platz stehe nun ein „astreines Sonnendeck“, das bei Hitze Schatten spende und bei Regen Unterschlupf gewähre.

Die mittelfristige Zukunft des MS Dockville auf dem Gelände einer im Umbruch befindlichen Industriebrache scheint unterdessen gesichert: „Wir haben eine feste Zusage, dass wir das Festival bis einschließlich 2016 hier fortsetzen können“, sagt Lara Goldsworthy. „Und wir sind zuversichtlich, dass wir auch viele weitere Jahre in unserem Heimathafen, dieser schönen Elbinsel, verweilen können.“

> Infos: msdockville.de. Es gibt noch Tagestickets für Sonntag, den 17. August (29,90 Euro zzgl. Gebühr) über das Internet: www.eintrittskarten.de/ms-dockville

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